Alles wird gut

Gestern war ein guter Tag, ich konnte viel erledigen, die negativen Gedanken konnte ich prima ignorieren und mich an vielen kleinen Dingen freuen.

Dann rief eine Bekannte an und fragte wie es mir ginge, ich meinte, ich bekrabbel mich so halbwegs, dennoch lähmt mich die Depression noch arg.

Sie sagte „Papperlapapp, du bist klasse, du machst das prima, alles ist gut.“

Das machte mich unterschwellig aggressiv, sie hörte nicht auf mit ihrem „Lobgesang“ und ich wurde wütend.

Ich brüllte sie letztlich an, dass sie ihr positiv-sozialpädagogisches Geschwafel lassen solle, ich würde mich nicht gesehen und nicht wahrgenommen fühlen, wenn sie meinen Schmerz einfach ignoriert und weg zu reden versucht.

 

Ja, ich finde es richtig, sich auch auf das Gute und auf das Positive zu fokussieren, aber ich finde es genauso wichtig, den Schmerz, das Leid anzunehmen. Verdrängtes, nichtwahrgenommenes Leid frisst einem innerlich auf!!!

Deshalb finde ich es auch wichtig und richtig, zu jammern, solang man dabei nicht vergisst, etwas für sich zu tun, um die Situation zu verändern. Jammern lässt Schmerz raus und verhindert, dass Leid weiterhin im Verborgenen in einem gärt und Schaden anrichtet.

Außerdem ist dieses Ignorieren und dieses Nicht-Thematisieren des Schmerzes für mich eine Wiederholung zu früher, wo auch nach außen hin immer alles in Ordnung war und es mir ja soooo gut ging….innerlich sah es ganz anders aus, aber das durfte nicht sein.

 

Getreu dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“

5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. blumenelfe
    Mai 07, 2014 @ 15:49:25

    Oh je, diese Situationen kenne ich nur zu gut & mir geht es da wie Dir. Es kommt direkt das Gefühl nicht ernstgenommen zu werden.
    Ich möchte nicht bemitleidet werden, aber auch nicht vermittelt vekommen, dass die Realität nicht stimmt 😦

    Fühl Dich gedrückt!

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    • ilanah777
      Mai 07, 2014 @ 15:54:58

      Danke für deinen Besuch hier.
      Ja, genau, man fühlt sich nicht ernt genommen.
      Ich denke, dass es doch nicht ein entweder – oder sein muss, sondern ein sowohl als auch, also das Leid anerkennen UND das Positive erwähnen.
      Ja, Mitleid möchte ich auch nicht, aber Mitgefühl im Sinn von mit allem, was geschieht, das schon.

      Danke fürs Drücken 🙂

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      • blumenelfe
        Mai 09, 2014 @ 20:13:16

        Ja, eine Mischung aus positiver Energie und der Anerkennung, dass man leidet wäre ideal. Positive Gedanken sind wichtig, aber leider nicht alles. Wenn man sich dabei nicht mehr ernst genommen fühlt, geht dabei das ursprünglich positive verloren.

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  2. kowkla123
    Mai 09, 2014 @ 09:10:25

    Natürlich ist das gut gemeint, aber es ist auch gut, wenn man seinen Schmerz artikulieren kann, es hilft echt, nur den Ansprechpartner muss man natürlich haben, einen guten Tag wünsche ich, Klaus

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    • ilanah777
      Mai 09, 2014 @ 18:33:10

      Ja, es ist sicherlich gut gemeint, aber es kommt eben nicht gut an. Es ist doch ok, wenn man BEIDES würdigt und sieht, das schließt sich ja nicht aus.
      Das habe ich ihr auch gesagt, dass ich mich nicht ernst genommen und nicht wirklich gesehen fühle.
      Ich hoffe, du hattest auch einen guten Tag heute, lieber Klaus.

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