Autobiographie (m)eines Lebens in fünf Kapiteln

    1.

    Ich gehe die Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich falle hinein.

    Ich bin verloren… ich bin ohne Hoffnung.

    Es ist nicht meine Schuld.

    Es dauert endlos, um wieder herauszukommen.

    2.

    Ich gehe dieselbe Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich tue so, als sähe ich es nicht.

    Ich falle wieder hinein.

    Ich kann nicht glauben, schon wieder am selben Ort zu sein.

    Aber es ist nicht meine Schuld.

    Immer noch dauert es sehr lange, um wieder herauszukommen.

    3.

    Ich gehe dieselbe Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich sehe es.

    Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.

    Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin.

    Es ist meine eigene Schuld.

    Ich komme sofort wieder heraus.

    4.

    Ich gehe dieselbe Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich gehe darum herum.

    5.

    Ich gehe eine andere Straße

    Das Gedicht von Portia Nelson ist ein wunderbar treffendes Bild: Seelische Blockaden, gelernte Hilflosigkeits- und Opfergefühle, ungelöste familiäre Verstrickungen und andere innere und äußere Sabotagemuster hindern uns oft daran, unsere eigenen Potenziale zu erkennen und zu entfalten. Es ist unglaublich schwer, diesem Sog aus der Vergangenheit zu entkommen. Selbst wenn wir wissen, dass und sogar wo wir uns selbst im Weg stehen – oder in welche „Löcher“ wir immer wieder fallen -, schaffen wir es allzu häufig nicht, uns aus dysfunktionalen Denk- und Verhaltensmustern zu lösen, die sich in der Regel über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hin in uns entwickelt und eingebrannt haben. Immer wieder passiert es. Statt unsere eigenen Bedürfnisse zu spüren und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, lassen wir uns von den Erwartungen anderer an uns und unser Leben leiten – und wundern uns dann, wenn wir uns unzufrieden, unruhig und gleichzeitig ausgebremst, gefangen und leer fühlen.
    Quelle

12 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. wolkenbeobachterin
    Sep 02, 2015 @ 03:23:35

    Eben dachte ich: Das ist ein schönes Gedicht, irgendwoher kenne ich es. Und tatsächlich: Es ist ein Zengedicht, basierend auf einem Lied von Portia Nelson.
    Aufstehen, nachdem man gestürzt ist, das ist etwas, das wir immer wieder (neu) lernen müssen.

    Gefällt 1 Person

    Antwort

  2. Ilanah
    Sep 02, 2015 @ 03:30:15

    Es hängt in Praxis meiner Therapeutin, als Zeugnis einer gelungenen Therapie.
    Man lernt dazu, man lernt aus Fehlern.

    Gefällt 1 Person

    Antwort

    • wolkenbeobachterin
      Sep 02, 2015 @ 11:36:06

      Jedenfalls im besten Fall tut man das, ja. Aus Fehlern lernen. Manche muss man dazu öfter machen. Und wieder andere, ziemlich, zieeeeemlich oft. 🙂 Liebe Grüße!

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      • Ilanah
        Sep 03, 2015 @ 06:11:25

        Ja, manchmal muss man Fehler öfter machen, um den Sinn zu erkennen, bzw. um zu lernen. Ich glaube jeder kennt Frauen oder Männer, die immer wieder an den scheinbar falschen Partner geraten, da dauert es auch, bis sie erkennen, was ihnen das sagen soll.

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  3. minibares
    Sep 02, 2015 @ 14:06:58

    Aufstehen schaffe ich allein nicht mehr, wenn ich gefallen bin.
    Das ist wahr, Strickmuster in uns sind verhaftet und bleiben.
    Obwohl sich bei uns einiges geändert hat.
    Erst der Umzug 60 km weiter, wo wir niemanden kannten.
    Dann meine doofe Krankheit.
    deine Bärbel

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    • Ilanah
      Sep 03, 2015 @ 06:13:07

      Das ist traurig, liebe Bärbel. Aber du hast deinen Mann an deiner Seite, das ist gut, er hilft dir sicher wo er nur kann.
      Alte Muster sind hartnäckig in uns, aber wir erkennen im Laufe der Jahre doch immer mehr, wo unsere Fehler liegen.
      Warum seid ihr umgezogen?

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  4. lullulilli
    Sep 02, 2015 @ 14:55:32

    Man sollte immer wieder aufstehen…
    aber manchmal möchte auch ich liegen bleiben

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  5. Lutz
    Sep 02, 2015 @ 22:08:12

    Da kann positives Denken enorm helfen. Dir noch einen schönen Abend. L.G.

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    • Ilanah
      Sep 03, 2015 @ 06:16:41

      Ja, das kommt auf die Situation an. Ich habe viel schlimmes erlebt in meinem Leben, und oft dachte ich, ich will nicht mehr.
      Erst mit zeitlichem Abstand erkannte ich, dass jedes Erlebnis auch eine positive Seite hatte und durchaus Sinn machte.

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  6. dschjoti
    Sep 08, 2015 @ 17:18:12

    Vielleicht wird man auch nur stark, weil man immer wieder aus den Löchern krabbeln muss, die man nicht zugeschüttet hat, weil man dazu zu faul war…

    Gefällt 1 Person

    Antwort

  7. Ilanah
    Sep 09, 2015 @ 06:31:25

    Ja, das denke ich auch. Das Leben ist ja ein ständiger Lernprozess, der uns letztlich stärker macht, wenn wir uns den Lektionen nicht verweigern.

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