Gruselig war es nicht…

…dafür leuchteten die Kinderaugen zu schön…

Neun erwartungsvolle Augenpaare schauten mich an und forderten „trick or treat“

ein kleiner Junge wirkte etwas knatschig…ich fragte, ob er Hunger hat, er nickte….klar Männer….knatschig, wenn sie hungrig sind…

also packte ich eine Runde Schokokaramellkugeln aus und ließ die Bande sich erstmal den ersten Hunger wettfuttern.

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Sie freuten sich und hüpften mit Kira in meinem Wohnzimmer herum.

Zum Abschied habe ich ihnen noch zuckerfreie Kekse und wenigerzuckerfreie Marshmallows mitgegeben, die konnten sie sich dann teilen.

Fotos habe ich von der Bande nicht gemacht, da ich die Eltern nicht fragen konnte, die mussten natürlich draußen warten.

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Körperkult

Ich schau ja gerne Quiz-Shows, damit die kleinen Grauen was zu tun haben und nicht einrosten.
Gestern habe ich eher halbherzig den Jauch geschaut.

Eine Frage lautete wie der Muskel heißt, der uns hilft den Arm hochzuheben.
Kinderspiel.

Aber zum Beweis hatten sie einen Mr. Bodybuilding beigeschafft, der seine Show abzog.

Ich gestehe, mir hat sich der Magen umgedreht.

Das ist sooooo abartig für mich, künstlich, unnatürlich, krank, hässlich, abtörnend, unerotisch, ekelhaft.

Ich kann die Frauen nicht verstehen, die auf so eine Kunstfigur stehen, umgekehrt versteh ich auch Männer nicht, die auf gebodybuildingte Frauen stehen….

Da fällt mir nur der alte Satz ein „Quo vadis, Mensch“

Glück…

Im Roman „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück von François Lelord“ versucht der fiktive Psychiater Hector bei einer Reise durch die Welt, dem Geheimnis des Glücks auf die Spur zu kommen. Das sind seine subjektiven dreiundzwanzig Erkenntnisse – manche versteht man vielleicht nur, wenn man das Buch liest…

1. Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.

2. Glück kommt oft überraschend.

3. Viele Leute sehen ihr Glück nur in der Zukunft.

4. Viele Leute denken, dass Glück bedeutet, reicher oder mächtiger zu sein.

5. Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen.

6. Glück, das ist eine gute Wanderung inmitten schöner unbekannter Berge.

7. Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel.

8. Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt.

9. Glück ist, wenn es der Familie an nichts mangelt.

10. Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt.

11. Glück ist, wenn man ein Haus und einen Garten hat.

12. Glück ist schwieriger in einem Land, das von schlechten Leuten regiert wird.

13. Glück ist, wenn man spürt, dass man den anderen nützlich ist.

14. Glück ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist.
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15. Glück ist, wenn man sich rundum lebendig fühlt.

16. Glück ist, wenn man richtig feiert.

17. Glück ist, wenn man an das Glück der Leute denkt, die man liebt.

18. Glück ist, wenn man der Meinung anderer Leute nicht zu viel Gewicht beimisst.

19. Sonne und Meer sind ein Glück für alle Menschen.

20. Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge.

21. Rivalität ist ein schlimmes Gift für das Glück.

22. Frauen achten mehr auf das Glück der anderen als Männer.

23. Bedeutet Glück, dass man sich um das Glück der anderen kümmert?
Quelle

Halloween….Samhain…

Samhain ist so viel mehr als das amerikanisierte Halloween. Ich finde es zwar schön für die Kinder, aber ich finde es traurig, wenn die Bedeutung und die Tradition immer mehr verschwindet.

Themen, die mit Samhain verbunden sind

Das Leben als ewigen Kreislauf wahrnehmen – ohne Tod gibt es auch kein Leben

Rückzug allen Lebens auf der Erde – Rückzug von uns Menschen in unsere inneren Welten

Sich den innersten, tiefsten und dunkelsten Gefühlen stellen

Auseinandersetzung mit dem Tod und der Vergänglichkeit

Das alte Jahr beenden – den Samen fürs neue Jahr säen

Verbindung mit den Anderswelten- Ahnen, Feen, Elfen

Wertschätzung der eigenen Herkunft

Fragen , die an Samhain gestellt werden können

Wie können meine Ahnen mich unterstützen?

Was bedeutet Sterben für mich?

Was sind meine dunkelsten und negativsten Gefühle und wie kann ich sie in mein Leben integrieren?

Mit welchen Ahnen sollte ich mich noch aussprechen?

Welche Altlasten möchte ich endgültig loslassen?

Was will in mir sterben, um Platz für Neues zu schaffen?

Andere Namen: Allerheiligen, Allerseelen, Ahnenfest, Halloween,
31. Oktober /1. November
Allerheiligen

Um die verstorbenen Freunde und Familienangehörigen zu ehren gibt es viele Möglichkeiten. z.B. könnte man das Grab der Verstorbenen aufsuchen und sich bei ihnen bedanken und ihnen viel Glück auf ihrer Reise wünschen. Weiterhin stellt man ein zusätzliches Gedeck auf den Tisch für den Verstorbenen. Allerdings wird dieses Mahl dann schweigend eingenommen.

Aber nicht nur die Toten werden geehrt, sondern auch die Geister vertrieben, die ihnen den Weg erschweren wollen. Dazu dienen gruselig geschnitzte Kürbisse, Verkleidungen, Totenköpfe, Geister also alles, was gruselig ist.
kürb.
Auch an Samhain werden Feuer entzündet. In ihnen verbrennt man all die Dinge, die vom letzten Jahr übrig sind (Ritual-Bänder, Blumenkränze von Beltane, den Inhalt des Füllhorns u.s.w.).

Samhain – ist das keltische Silvester, das Hexenneujahr oder das amerikanisierte Halloween, dessen Name sich von „all Hallows eve“, was soviel wie Allerheiligen bedeutet, ableitet. Samhain ist das Fest der Ahnen, der Verstorbenen, des ungeborenen Lebens, der Wesen aus anderen Welten, des Orakelns und des Jahreswechsels. Das alte Jahr wird beendet, ein neues Jahr beginnt. Nur durch den Tod kann neues Leben entstehen – und so steht gerade das Fest Samhain für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Samhain ist das Fest des Rückzugs und der Stille. Der Sommer ist vorbei, die Ernte längst eingebracht und das Leben im Außen verliert mehr und mehr an Bedeutung. Es ist eine sehr düstere Zeit. Die Tage werden immer kürzer, die vielfältigen Herbstfarben und das pralle Leben verblassen allmählich. Die Themen Sterben und Tod treten in den Vordergrund und sind, wie zu kaum einer anderen Jahreszeit, sichtbar, greifbar und spürbar.

Es ist Zeit, uns in die warme Stube zurückzuziehen und nach innen zu schauen. Das vergangene Jahr wird rückblickend betrachtet – Altes darf losgelassen werden und zugleich darf der Same, der im kommenden Jahr aufgehen soll, und zur Wintersonnenwende geboren wird, gesät werden. Wir schöpfen unsere Kraft aus der Stille und aus der Besinnung der eigenen Wurzeln, indem wir unseren Ahnen gedenken, mit ihnen sprechen, sie um Rat fragen und auch ihren Segen und Schutz fürs kommende Jahr erbitten. Der Schleier zu den Anderswelten ist jetzt so dünn, dass wir besonders leicht Kontakt zu Wesen aus der Anderswelt aufnehmen können. Wenn sich die Nebel heben, finden wir Menschen die Eingänge zu den Welten der Elfen und Feen. Früher war die Zeit nach Samhain diejenige, in der die Leute vorwiegend im Haus blieben. Es ist eine stille, tote und kalte Zeit. Die Natur stirbt langsam ab, Mutter Erde zieht sich zurück und begibt sich für einige Zeit zur Ruhe.

Die Natur

Noch leuchtet die Natur in vielen wunderbaren Herbstfarben. Die Blätter der Bäume verfärben sich. Astern, Chrysanthemen, und Erika gehören zu den letzten blühenden Pflanzen des Jahres. Einige Sträucher tragen jetzt wertvolle Früchte, die sowohl uns Menschen, als auch das Tierreich mit wichtigen Vitaminen versorgen. So leuchten die roten Früchte der Hagebutten, Eiben und Ebereschen und die blauen Früchte der Schlehen in den Wäldern und an den Waldrändern. Überhaupt dominieren im Herbst die warmen Farben, wie rot, gelb, orange, braun und grün. Wenn die Sonne scheint erstrahlt die herbstliche Welt in sanftem und goldenem Licht. Andererseits zeigt sich der Herbst aber auch von seiner düsteren Seite. Die Tage sind bereits sehr kurz. Dunkelheit, Kälte, Nässe und Nebel kehren immer häufig ein und gehören zum herbstlichen Alltag. Der Höhepunkt des prachtvollen und farbenfrohen Herbstes ist längst überschritten und es ist unverkennbar, dass in der Natur allmählich das Absterben und Zurückziehen in die Erde begonnen hat.

Die Bäume verlieren ihre Blätter uns stellen die Wasseraufnahme über die Wurzeln ein, die Waldtiere sammeln die letzten Nüsse und Früchte, um sich dann in die Winterruhe zu begeben. Die Insekten sterben oder ziehen sich in den schützenden Boden zurück und die Vögel ziehen zum Teil in den Süden, damit sie dort überwintern können. Würde die Pflanzenwelt nicht in Form ihrer Samen, die tief in der Erde liegen, weiterleben, so könnte man denken, dass die gesamte Pflanzenwelt vollkommen abstirbt.

Doch genau darin liegt auch die Symbolik dieses Festes. Es geht darum, dass es kein Leben ohne den Tod gibt, dass ein ständig zyklisches Weiterleben immer vorhanden und gegenwärtig ist. Das Rad des Lebens dreht sich unaufhörlich weiter, auch wenn es auch im Außen so aussieht, als ob alles sterben würde.

Themen für uns Menschen, die sich aus der Natur ableiten lassen

Am Auffälligsten ist im Herbst wohl der Rückzuck alles Lebendigen. Auch wir Menschen sollen uns zu dieser Jahreszeit zurückziehen und am Besten aus der Kraft der Erde und unserer Wurzeln, Kraft für den harten Alltag des Winters schöpfen.

Alles Unwesentliche und Überflüssige der Natur stirbt ab, oder wird für den Zeitraum des kalten Winters reduziert (Photosynthese) oder sogar eingestellt (Sexualität, Verdauung, Bewegung). Die Natur konzentriert sich nur mehr auf das Wesentliche – auf den Samen, der alles überleben lässt, auf Lebensvorgänge, die das Überleben sichern Auch wir Menschen sollen und aufs Wesentliche konzentrieren – Altes und Überflüssiges hinter uns lassen und vielleicht manchmal sogar schmerzhaft von uns abtrennen. Nur dann können wir die kalte Jahreszeit überstehen.

Sehen wir uns in der kargen, herbstlichen Natur genau um, erkennen wir sofort, dass alle Maßnahmen, welche Pflanzen und Tiere zu dieser Zeit treffen, einzig und alleine dem Überleben dient. Symbolisch fällt das Samenkorn auf die Erde, schläft über den Winter in tiefer Geborgenheit, nur um dann im Frühjahr erneut zu erblühen. Uns so soll es auch für uns Menschen sein – unser Wesenskern soll in der Stille des Herbstes gefunden und geehrt werden, damit wir im Frühjahr wieder erneut erblühen dürfen.

Samhain war bei den Kelten der Beginn des neuen Jahres. Die Druiden legten zu dieser Zeit den Grundstock für ein neues Jahr, indem sie den „Samen für den Hain, der einmal ein Wald werden soll“ setzten. Die Nacht zum ersten November symbolisierte den Übergang vom alten ins neue Jahr. Früher wurde dieses Fest wahrscheinlich in der November Neumondnacht gefeiert. Der schwarze Gott bzw. der Wintergott Samain feiert seinen Herrschaftsantritt, indem er den Sonnenhirsch (der symbolisch für die Sonne bzw. den Sonnengott steht) erlegt und dessen Gattin, die Vegetationsgöttin entführt und in die Unterwelt verschleppt, wo sie als Totengöttin weiterherrscht. Sie nimmt alles Grün der Erde, alle Samen und die gesamte Lebenskraft mit in die Unterwelt.

Tief in der Erde hütet sie die Seelen der Verstorbenen, die schlafenden Samen der Pflanzen und auch die im Winterschlaf erstarrten Tiere. Sie nimmt sich aber auch der Seelen der geopferten Tiere an. Mit der Vegetationsgöttin zieht sich auch die Kraft des Lebens auf der Erde zurück, damit sie über den Winter tief drinnen in der Erde regenerieren kann. Samhain der Winter- und Totengott schmückt sich mit immergrünen Pflanzen. Er trägt Tannenzweige, Stechpalme und Misteln, mit denen er das ewige Lebensgrün in den neuen Jahreskreis hineinträgt.

In diesen Nächten schwärmen die Toten aus, um die schwarzen Göttin zu ehren. Sie streifen rastlos herum, stören die Menschen, rütteln an Türen und Fensterläden oder machen sich auf andere, furchterregende, Weise bemerkbar. Kaum jemand traute sich in diesen Nächten aus dem Haus. Wenn man dennoch hinaus musste, verkleidete man sich selbst als Geist und vermied es auf jeden Fall sich umzudrehen.

Traditionen aus dem Alpenraum

Zu Samhain öffnet Frau Holle oder die Percht die Pforten zur Unterwelt. Es ist die Nacht der Zaubersprüche und der aufsteigenden Seelen. Die alten weisen Frauen machten sich auf den Weg um den Rat ihrer Ahninnen zu suchen, denn die Ahnen sind die Quelle unseres inneren und äußeren Reichtums. In normalen Familien wurde den Ahnen die Stube geheizt und Essen und Trinken hergerichtet. So konnten sie an diesem Abend zu ihren Familien zurückkehren. Manchmal wurden auch „Wege“ aus Mehl oder Korn vom Familiengrab bis zum Haus gelegt, damit die Ahnen auch wirklich heimfinden konnten.

Nach altem Brauch wurde der Herd an diesem Tag gereinigt, da es den Verstorbenen anscheinend leichter fällt, durch einen gereinigten Kamin zu kommen. Die Lebenden haben spät abends die warme Stube verlassen und überließen ihren Ahnen die Festtafel und das Mahl. Um auch ins Gespräch mit ihren Ahnen zu kommen, wurden häufig Fliegenpilzkaltauszüge getrunken oder Orakelräucherungen durchgeführt, die den Kontakt förderten oder erleichterten.

Die Ahnen wurden zur Zukunft befragt, es wurde aber auch von ihnen Schutz und Segen erbeten.Natürlich war die Nacht bestens zum Orakeln geeignet. Nicht nur die Ahnen wurden um die Zukunft befragt, auch viele andere Bräuche haben sich entwickelt, die Antworten auf ersehnte Zukunftsfragen boten. So wurde aus der Asche von Nussschalen, die man auf einen Spiegel gab, die Zukunft gelesen, oder es wurden Orakelspiele mit Äpfel und Nüssen (den klassischen Totenspeisen) gespielt.
Quelle

Das Buch zur Wandlitzer Willkommenskultur: Wandlitz verändert sein Anlitz.

So kann es auch gehen.
Es ist bestimmt der bessere Weg für uns alle.

Respect! Empower! Include!

Buchtitel RW

Warum eine gelingende Integration von AsylbewerberInnen bereichert.

Willkommens-Glück

Tagebuch des Wandels in Wandlitz

Deutschland 2015.Immer mehr Facebook-Seiten „Nein zum Heim!“, Demonstrationen von PEGIDA, BOGODA, und wie sie alle heißen. Und: Immer mehr Brandanschläge auf Flüchtlingsheime.
Im Internet und auf der Strasse, in Dresden, Bochum, Düsseldorf, Köln, Würzburg und vielen anderen Städten mobilisieren Rechtspopulisten und Rechtsradikale und selbst ernannte „patriotische Europäer“ gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ und die Aufnahme weiterer Flüchtlinge.

Überall? Nein!

Ein kleiner Ort nordöstlich der Bundeshauptstadt Berlin wurde zur No-Go-Area für Neonazis. Viermal versuchte die NPD dort seit Ende 2012 zu einem Bündnis der Ängstlichen gegen das neue Flüchtlingsheim zu mobilisieren. Viermal ist sie kläglich gescheitert. Denn ausgerechnet dort, wo sich die Politbüro-Nomenklatura der SED einst in ihren spießigen Privilegien einmauerte, bereichert heute eine Willkommenskultur das prosperierende Städtchen um den Multikulti-Faktor.

In Wandlitz gibt es seit Anfang 2013 ein Asylbewerberheim.

Am Anfang hatten viele Angst. 400 Bürger protestierten…

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Kraft tanken….Heilung zulassen….

Om Bhur Bhuvah Svaha
Tat Savitur Varenyam
Bhargo Devasya Dhimahi
Dhiyo Yo Nah Prachodayat


Om Namo Bhagavate Vasu Devaya


Om tare tuttare Ture swaha Om tare tuttare Ture Swaha

I never was loved so deeply
never was loved so true
never was loved so completely
till i was loved by you
I never knew I was blessed
but now I do
never knew what I was missing
till I was loved by you

Angels all around me
I had angels at my door
angels in the kitchen
barefoot on the floor
guides to guide me
and friends when I was down
but still there was something
missing till you came round

time is a fiction I am not afraid
time can only take away
the things our minds have made
but love’s glory is no small thing
I knew it when I heard you sing

Ein Mensch, der meinen ganzen Respekt hatte…

…ist am Dienstag gestorben.
Ich habe ihn wirklich sehr verehrt. Ein Menschenfreund, ein Menschenversteher wie man ihn sich nur wünschen kann.
Seine Bücher kann ich nur jedem ans Herz legen.
Ob es „Der Fremde in uns“, „Verwaiste Eltern“, „Dem Leben entfremdet“ oder „Verrat am Selbst“ ist, alle sind sehr gut geschrieben und bieten viele AHA-Erlebnisse.

Arno Grün

AG
Arno Gruen – Der Fremde in uns – Zitat:

Der Fremde in uns, das ist der uns eigene Teil, der
uns abhanden kam und den wir zeit unseres Lebens,
jeder auf seine Weise, wiederzufinden versuchen.
Manche tun dies, indem sie mit sich selbst ringen,
andere, indem sie andere Lebewesen zerstören.
Der Widerstreit zwischen diesen zwei Ausrichtungen
des Lebens, die beide von derselben Problematik
bestimmt sind, wird über die Zukunft unseres
Menschseins entscheiden

Wer sich selbst nicht liebe, könne auch den anderen, den Mitmenschen, nicht lieben; Fremdenhass sei immer auch von Selbsthass gespeist: So lassen sich wichtige Grundeinsichten des Psychologen und Psychoanalytikers Arno Gruen umschreiben – Einsichten, die nicht bloss «theoretischer» Natur sind, sondern zu einem gelebten Leben gehören.

1923 in eine Berliner jüdische Familie hineingeboren, musste der Dreizehnjährige mit seinen Eltern die Geburtsstadt verlassen und gelangte (über Polen und Dänemark) in die USA. Am Krieg gegen Nazideutschland nahm er teil, studierte anschliessend Philosophie und Geschichte, fand schliesslich aber zu seiner eigentlichen Passion, der Psychoanalyse, die ihm zu begreifen erlaubte, was geschehen war. Gruen arbeitete als Professor für Neurologie, hatte einen Lehrstuhl an der Rutgers University in New Jersey, leitete die psychologische Abteilung einer Kinderklinik in Harlem.

Im Jahr 1979 kehrte er nach Europa zurück, nach Zürich. Er machte sich als Psychotherapeut selbständig und als Autor einen Namen. Arno Gruen untersuchte in über einem Dutzend Büchern eindringlich, hartnäckig und mit Gespür für klare Diktion die «falschen Götter», die der menschlichen, allzu menschlichen «Sucht nach Erlösern» entsprungen seien; er untersuchte die Angst vor der Autonomie, die zum «Verrat am Selbst» führe, die Ursachen von Gewalt, Gleichgültigkeit und Hass und erinnerte an den «Fremden in uns», den verdrängten Teil unserer Persönlichkeit: jene innere Terra incognita, die wir auslöschen wollen, aber nicht können; die wir attackieren, indem wir Stellvertretern – dem Anderen, Fremden – ausserhalb unser selbst Gewalt antun.

Die Urszene dieser Fatalität erkannte Gruen in der frühkindlichen Unterwerfung unter die elterliche Autorität, die einen Abspaltungsprozess einleite, in dessen Verlauf eigene Persönlichkeitsanteile als fremd identifiziert und schliesslich nach aussen projiziert würden. In jenem Aussen werde dann – scheinbar – angreifbar, zerstörbar, was ich an mir selbst hasse, ohne ihm doch entkommen zu können.

Bei alledem ging es im Grunde immer um die eine Frage: warum der Firnis der Zivilisation so dünn ist, dass er offenbar jederzeit zu platzen vermag, um dem individuellen wie kollektiven Wahnsinn, der sich als realitätstüchtig maskiert, Raum zu geben. In seiner Dankesrede zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2001, im Jahr des 11. September, fand Arno Gruen Worte von nachgerade prophetischer Deutungskraft: «Die Sprache, die von Krieg, Rache und Vergeltung spricht, mag sich geistig gesund anhören. In ihrer Ignoranz von Ohnmacht, Elend und Demütigung ist sie jedoch völlig von wahren Gefühlen und der tatsächlichen Realität getrennt.» Es gehe darum, fuhr er fort, «für die wahren Bedürfnisse des Menschen zu kämpfen, wirkliches Elend, wirkliche Armut und die Ausgrenzung und Entwürdigung von ganzen Bevölkerungsgruppen zu unterbinden. Nur so werden Terror und Gewalt Einhalt geboten. Nur so werden wir es möglich machen, ein Leben, das demokratisch und lebendig ist, aufrechtzuerhalten.» – Arno Gruen ist am 20. Oktober im Alter von 92 Jahren gestorben.

Geile Kubaner, eine genervte Lady und eine unfreundlich Frau Sehr-Reich

Gestern bin ich zu meinem alten Kiez gefahren, dort ist Dienstags Wochenmarkt und ich wollte mir die Grüne-Soße-Kräuter besorgen.

Hatte ich schnell erledigt, ein paar schöne Steinpilze und marinierter Lachs sind auch noch in die Tasche gewandert.

Dann bin ich zu meinem früheren Stammbäcker, wo, wie immer, eine lange Schlage war.
Die lustige und redselige Verkäuferin störte sich nicht daran und blieb gelassen.

Als ich endlich an der Reihe war wollte sich eine kleine ältere Lady vordrängen, aber die Verkäuferin ließ das nicht zu, sie hatte alles im Blick, die ältere Lady trommelte genervt mit ihren Handschuhen auf der Theke herum.

Die Verkäuferin meinte zu mir, die Kubaner, also ich sachs ihnen, die Kubaner sind hammergeil. Ich nickte und meinte, ja ich weiß.
Ach, sie kennen die, gell, die sind geil….ich komm richtig ins Schwärmen.

Und ich meinte, ich brauch zwei Kubaner…die Verkäuferin lachte und sagte „geil, einfach geil“.

Die Lady, die plötzlich eine rötliche Farbe im Gesicht hat mischte sich ein und brüllte „können Sie ihre Bettgeschichten nicht nach Feierabend austauschen? Das ist UNERHÖRT!!“

Wir lachten, die Verkäuferin legte zwei Kubaner auf den Pappteller und hielt ihn der Lady vor die Nase….DAS sind zwei geile Kubaner!“

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Leider hatte die Lady keinerlei Humor, sie verließ den Laden, laut vor sich hin schimpfend.

Nachdem ich mir noch einen Cappucchino gegönnt hatte ging ich Richtung Straßenbahn.

An der Haltestelle sah ich im Augenwinkel das Ehepaar Sehr-Reich mit ihrem neuen Gefährt, einer S-Klasse oder sowas heranfahren, sie ergatterten sich den einzigen freien Parkplatz.
Während Herr Sehr-Reich noch das Lenkrad streichelte und liebevolle Blicke auf sein Gefähr warf, rannte Frau Sehr-Reich mit dem Handy am Ohr schon los, um die Straße zu überqueren.
Sie war wohl der Meinung, dass sie mit dem neuen Gefährt auch eine allzeit freie Straße gekauft hat.
Ich verdrehte schon die Augen als ich im Augenwinkel ein echtes Geschoss ranfahren sah.
Ich kenn mich mit Autos ja Null aus, das Ding war größer als ein Porsche, vorne war so ein Silber-Bunter Dreizack oder sowas zu sehen, jedenfall schoss das Teil sehr schnell heran, weil die Ampel bald auf Rot schalten würde.

Frau Sehr-Reich war so sehr in ihr Telefonat vertieft, dass sie nichts mit bekam.
Ich trat ein paar Schritte vor und riß Frau Sehr-Reich an ihrem Poncho nach hinten, auffangen konnte ich sie nicht mehr, ich war selbst zu erschrocken.
Jedenfalls flog das Handy im hohen Bogen über die Straße, Frau Sehr-Reich landete im Matsch.

Und in derselben Sekunde fing sie an um sich zu schreien, ob ich noch alle Latten am Zaun hätte, sie würde mich auf Schmerzensgeld verklagen und das Handy und die Klamotten müsse ich ihr ersetzen und so ging es eine Weile weiter….ich war sprachlos.

Nach und nach kamen Leute, die mit mir auf die Bahn gewartet haben und machten sie gehörig nieder, weil sie nicht kapierte, dass ich ihr das Leben gerettet hatte oder sie vor einem üblen Unfall bewahrt hatte.

Ich war innerlich ganz schön am zittern….konnte kein Wort sagen, die Bahn kam, ich stieg ein und war froh, dass ich die Frau nicht mehr sehen musste.

Zuhause angekommen war ich immer noch total erledigt.

Wollte eigentlich die Grüne Soße noch fertig machen, aber das klappte nicht mehr.

Habe ich vorhin gemacht, so können meine Besucher morgen kommen und es sich schmecken lassen.

Bitte um Verständnis

Eines meiner Lieblingsgedichte.
Die dritte Strophe gefällt mir am besten, deshalb habe ich sie fettgedruckt.

AN DIE NACHGEBORENEN

1

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich satt zu essen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt
Bin ich verloren.)

Man sagt mir: iß und trink du! Sei froh, daß du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich es dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
Mein Glas einem Verdurstenden fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

Ich wäre gerne auch weise
In den alten Büchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

2

In die Städte kam ich zu der Zeit der Unordnung
Als da Hunger herrschte.
Unter die Menschen kam ich zu der Zeit des Aufruhrs
Und ich empörte mich mit ihnen.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Mein Essen aß ich zwischen den Schlachten
Schlafen legt ich mich unter die Mörder
Der Liebe pflegte ich achtlos
Und die Natur sah ich ohne Geduld.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Die Straßen führten in den Sumpf meiner Zeit
Die Sprache verriet mich dem Schlächter
Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
Saßen ohne mich sicherer, das hoffte ich.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Die Kräfte waren gering. Das Ziel
Lag in großer Ferne
Es war deutlich sichtbar, wenn auch für mich
Kaum zu erreichen.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.
brecht

3

Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
In der wir untergegangen sind
Gedenkt
Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
Auch der finsteren Zeit
Der ihr entronnen seid.

Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

Dabei wissen wir ja:
Auch der Haß gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.

Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht.

Das Gedicht ist aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschrieben, der wohl Brecht darstellt.
Es ist in drei Abschnitte geteilt. Der erste (Z.1-30) beschreibt die aussichtslose und ungewisse Situation der Menschen in „finsteren Zeiten“ (Z.1), also im Dritten Reich.
Brecht beschreibt zwei Arten von Bürgern. Die einen sind unwissend, naiv und verstehen die kritische Situation, in der sie leben, nicht. Ihr „argloses Wort ist [genauso] töricht“ (Z.2) wie „ein Gespräch über Bäume“ (Z.7). Sie sprechen über allgemeine und unwichtige Themen und hinterfragen das gewaltsame Handeln des Staates nicht. Dies sei ein Verbrechen, besonders weil über die Untaten geschwiegen wird. Brecht fordert Bewusstsein über die Situation und Sensibilität.
Die andere Gruppe, zu der sich Brecht zählt, lehnt das Regime zwar innerlich ab, passt sich jedoch äußerlich an. Sie haben noch das Nötigste zum Überleben, Brecht fragt sich aber, warum er Essen und Trinken hat, wenn anderen Menschen hungern. „Aber wie kann ich essen und trinken, wenn ich dem Hungernden entreiße, was ich essen und mein Glas Wasser einem Verdursteten fehlt“ (Z.17.19), hier benutzt Brecht eine rhetorische Frage, mit der er auf die Ungerechtigkeiten aufmerksam machen will. „Iß und trink du!“, befiehlt das Regime den Menschen. Mit dieser Ellipse werden jene reduziert und zu Untertanen gemacht. Sie können nur überleben, weil die Herrschenden es ihnen gestatten.
Das Regime kann nur weiterbestehen, wenn es seine Macht mit Gewalt sichert. Es lässt keine Kritik zu und sucht seine Opfer willkürlich aus. Brecht sagt, es sei nur Glück und Zufall, dass er noch nicht vernichtet wurde. Die Menschen leben in einer ausweglosen Situation, müssen ihr Überleben sichern und sind daher „nicht mehr erreichbar für .. Freunde, die in Not sind“ (Z.10/1). Sie können sich also gegenseitig nicht unterstützen, da sie selber hilflos sind. Die Nationalsozialisten sicherten ihre Macht ebenfalls mit Gewalt und verfolgten Systemkritiker. Daher lebten die Menschen in Unsicherheit und Angst, wie im ersten Abschnitt beschrieben wird.
Die fünfte Strophe unterscheidet sich von den vier vorherigen. Sie beginnt nicht mit einer Emphase und beschreibt nicht das Leben im Nationalsozialismus, sondern definiert den Begriff „Weisheit“. Brecht beruft sich auf die „alten Bücher“ (Z.22), also auf Lehren aus früheren Zeiten. Man soll „sich aus dem Streit der Welt halten“ (Z.23) und „ohne Gewalt auskommen“ (Z.25), also friedlich zusammenleben und sich nicht bekriegen oder gegenseitig Leid zufügen. Weisheit fordert Menschlichkeit und gegenseitige Hilfe. Böses soll mit Gutem bekämpft werden. Man solle seine Wünsche vergessen, wenn es anderen Menschen schadet. Nach diesen Werten kann das lyrische Ich nicht leben, da die Zwänge der nationalsozialistischen Gesellschaft dies nicht zulassen. Am Ende der fünften Strophe fasst Brecht die hoffnungslose Situation der Menschen noch einmal mit „wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten“ (Z.30) zusammen.

Im nächsten Abschnitt (Z.31-54) berichtet Brecht über sein Leben vor dem Nationalsozialismus, denn alle vier Strophen enden mit: „So verging meine Zeit, die auf Erden mir gegeben war“.1918 kam er aus dem Ersten Weltkrieg zurück, daher „in die Städte kam ich zur Zeit der Unordnung“ (Z.31). In der Bevölkerung herrschte große Armut und es kam zu Aufständen und revolutionären Unruhen. Der Kaiser musste abdanken und das deutsche Reich wurde zu einer demokratischen Republik. Da Brecht sagt: „Und ich empörte mich mit ihnen“ (Z.34), ist anzunehmen, dass auch er sich an den Aufständen beteiligte.
Zur Zeit der Weimarer Republik arbeitete Brecht als Autor von Theaterstücken. Er aß sein Essen „zwischen den Schlachten“ (Z.37), also zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Er legte sich „unter die Mörder“ (Z.38) schlafen, lebte also zwischen den späteren Nationalsozialisten. Bis 1933 ahnte jedoch niemand was später geschehen würde, daher genossen die Menschen das Leben, denn „der Liebe pflegte ich achtlos“ (Z.39). Brecht beklagt, dass er und die Bevölkerung die zunehmende Bedrohung des Nationalsozialismus nicht früh genug erkannten und deren Machtergreifung nicht verhindern konnten.
Nach der Weimarer Republik folgte 1933 das NS-Regime. Brecht emigrierte sofort nach dem Reichstagsbrand im selben Jahr und schrieb in seinem Exil einige gegen den Faschismus gerichtete Werke. „Die Sprache verriet [ihn] dem Schlächter“ (Z.44). Die Sprache ist einerseits ein Zeichen des Klassenunterschiedes, denn ein Kommunist benutzt meist eine andere Sprache als ein Nationalsozialist. Weiterhin drückt Brecht seine Kritik mit Hilfe der Sprache aus. Daher wird er zu einer Gefahr der Herrschenden, sodass diese ihn verfolgten, auch wenn er mit seinen Worten nur wenig verändern konnte. Brecht sagt ironisch, er hoffe, dass die Herrschenden ohne ihn sicherer sitzen würden. Dies zeigt wieder die Gewaltbereitschaft des Regimes, um die Macht zu erhalten und zu sichern. Brecht ist stolz einer ihrer Gegner zu sein.
Genau wie viele andere, wollte er den Nationalsozialismus bekämpfen. Die Aufständischen kannten zwar ihr Ziel, waren jedoch noch zu schwach um dieses zu erreichen. Besonders die Marxisten, zu denen Brecht zählte, glaubten, der Faschismus sei das Ergebnis eines todkranken Kapitalismus. Somit verbindet sich der Kampf gegen den Faschismus mit einer gewünschten sozialistischen Revolution.

Zuletzt (Z.55-74) appelliert er an die nachfolgenden Generationen um Verständnis für das Verhalten der Menschen. Die „Nachgeborenen“ sprechen von „den Schwächen“ (Z.58) der damaligen Bevölkerung, aber vergessen, dass diese von den Zwängen des Regimes geprägt war. Im Nationalsozialismus lebten die Menschen, wie Brecht im ersten Abschnitt beschreibt. Da sie zu schwach waren, konnten sie gegen die Gewaltherrschaft nichts unternehmen. Viele mussten fliehen, genauso wie Brecht es tat.
„Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd, durch die Kriege der Klassen“ (Z.61/2). Brecht bedauert also, dass er zur Flucht gezwungen war. Er lebte in vielen Ländern, die er immer wieder verlassen musste, weil sie von den Nationalsozialisten besetzt wurden. Erst 1940 ging er in die USA. Anstelle von seiner Flucht, wünscht sich Brecht den Krieg der Klassen, also eine sozialistische Revolution in Deutschland. Leider gab es zu wenig Widerstand gegen die Ungerechtigkeit des NS-Regimes.
Im weiteren Verlauf ist die Definition von Weisheit, die im ersten Abschnitt gegeben wurde, von Bedeutung. Laut der alten Werte bedeutet Weisheit Menschlichkeit, Frieden und ein tugendhaftes Leben. Jetzt erklärt Brecht, dass die Widerständler das System ebenfalls nur mit Gewalt bekämpfen konnten, denn „Hass gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge“ (Z.65/6) und „die wir den Boden bereiten wollten für Freundschaft, konnten selbst nicht freundlich sein“ (Z.69/70). Zorn über das System verändert die Psyche des Menschen, sodass diese Gewalt nur noch mit Gewalt beantworten können.
Für dies alles sollen die Nachgeborenen Verständnis haben. Sie leben in einer anderen Gesellschaft, die nicht so grausam und unmenschlich ist wie das Dritte Reich, daher können sie sich gegenseitig unterstützen, also „der Mensch dem Menschen ein Helfer“ (Z.72) sein. Dies ist die sozialistische Gesellschaftsform, die Brecht sich wünscht. In ihr gelten Menschlichkeit und Gerechtigkeit und da die angesprochene Generation unter diesen Umständen aufgewachsen ist, kann sie das Verhalten ihrer Vorfahren nicht verstehen und verurteilt es. Brecht rechtfertigt die angewandte Gewalt der Widerstandsbewegungen gegen die Nationalsozialisten.
Quelle

Zum Mitmachen…Friedensaufruf Planet Syrien

Unser aller Mithilfe wird gebraucht.
Schaut HIER, wo man unterschreiben kann

An all diejenigen weltweit, die Frieden und Gerechtigkeit wollen!

Wir sind friedliche, syrische AktivistInnen und wir brauchen eure Solidarität. Der Extremismus, der in euren Städten wächst, wurzelt in unserem Konflikt. Wir SyrerInnen sind seine ersten Opfer.

Dieser Extremismus vermehrt sich durch Ungerechtigkeit und Gewalt. Er wächst aus den Trümmern unserer verwüsteten Städte. Er wird sich immer weiter ausbreiten, wenn wir nicht gemeinsam handeln. Um den Extremismus zu stoppen, müssen wir das Blutvergießen in Syrien beenden.

Es erfordert zwei Schritte, der Gewalt ein Ende zu setzen: (1) Schluss mit den Luftangriffen und dem Abwurf von Fassbomben durch das Assad-Regime und (2) Verhandlungen zwischen allen syrischen Gruppen und ihren internationalen Unterstützern. Das können wir nicht alleine erreichen.

Wir können dies nicht alleine erreichen, weil die SyrerInnen nicht mehr die volle Kontrolle haben. Unser Kampf, der vor vier Jahren als Versuch begann, eine Demokratie nach 40 Jahren autoritärer Herrschaft aufzubauen, ist nun zu einem Krieg der Welt geworden. Unser Kampf wurde vom Assad-Regime zu einem blutigen Konflikt gemacht, der die Hälfte aller syrischen Familien dazu zwang, ihre Häuser zu verlassen und mehr als 200.000 Menschen tötete. Mittlerweile sind mehr als 87 Länder in das Töten verwickelt. Aus diesem Grund brauchen wir FreundInnen in der ganzen Welt, die mit uns für ein Ende von Gewalt und Extremismus einstehen. Denn Gewalt und Extremismus geraten außer Kontrolle und breiten sich in Städten in der ganzen Welt aus.

Für ein Ende der Gewalt müssen wir die Fassbomben stoppen – auch wenn dies eine ‚Flugverbotszone‘ bedeutet. Und wir brauchen ernsthafte Friedensgespräche. Beides muss gleichzeitig geschehen.

Vor einem Jahr forderte der UN-Sicherheitsrat einstimmig, dass das Regime den Abwurf von Fassbomben auf die Zivilbevölkerung stoppt. Fassbomben sind meistens alte Ölfässer, gefüllt mit rostigem Metallschrott und Sprengstoff, die aus 4 km Höhe aus Helikoptern und Flugzeugen abgeworfen werden. Sie zielen auf Märkte, Krankenhäuser und Schulen, sie zerstören ganze Gemeinschaften, die nichts mit der Gewalt zu tun haben. Fassbomben treffen keine militärischen Ziele und spielen keine Rolle bei den Kämpfen. Sie terrorisieren nur die Zivilbevölkerung.

Seit der Sicherheitsrat den Stopp von Fassbomben verlangt hat, hat ihr Einsatz noch zugenommen. Mit jedem Haus, das sie zerstören, radikalisieren sich mehr Menschen und wenden sich von moderateren Lösungen ab, die zu Gerechtigkeit führen könnten. Solange wir die Fassbomben nicht aufhalten, wird es kein Vertrauen in die Forderungen der internationalen Gemeinschaft geben. Wir können nicht erwarten, dass ein international unterstützter politischer Prozess funktioniert, so lange er auf gebrochenen Versprechen fußt.

Wir brauchen Verhandlungen. Es gibt weder eine militärische Lösung für den Konflikt, noch für die Radikalisierung, die daraus entstanden ist. Wir brauchen echte Friedensgespräche, die alle Seiten einbeziehen und von der internationalen Gemeinschaft voll unterstützt werden.

Keine Seite allein kann Syrien vereinigen. Kompromisse aller und neue AnführerInnen sind erforderlich, um die Zukunft zu gestalten. Langsam und mit Unterstützung unserer Verbündeten hoffen wir, an die Toleranz und das Zusammenleben, das wir seit Jahrtausenden kennen, anknüpfen zu können, und so ein besseres Syrien aufzubauen.

Helft uns, Frieden in Syrien zu schaffen. Es ist auch euer Frieden.

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