Obama enttäuscht mit seiner Rede…

….nur die deutsche Presse jubelt mal wieder 😦

Obamas Hannoveraner Rede und die Geschichtsvergessenheit unserer Leitmedien

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Albrecht Müller

Für manche NachDenkSeiten-LeserInnen hat Obama mit seiner Hannoveraner Rede die Enttäuschung über diesen Präsidenten komplettiert. Ganz anders in den deutschen Medien. Dort wird mit er mit Lob überhäuft. Die Reaktion auf Obamas Rede zeigt, wie angepasst, unkritisch und geschichtsvergessen deutsche Medien sind. Obama beeindruckt mit den billigsten Tricks, unter anderem mit dem Trick, nur einen Teil der Geschichte zu erzählen. Albrecht Müller.

Zunächst einmal der Link zur Rede des amerikanischen Präsidenten: Gehen Sie auf diesen Beitrag der Tagesschau. Dort ist die vollständige Rede mit Übersetzung wiedergegeben. Die Süddeutsche Zeitung spricht von einer „großen Rede“. Die FAZ appelliert an das historische Bewusstsein der Deutschen und Europäer. Spiegel Online schreibt von einem „großen Besucher“. Usw.

Der billigste Trick: überschwängliches Lob

Obama hat Europa gelobt, er hat Merkel gelobt. Er hat geschmeichelt – im Bewusstsein, dass dann das Lob besonders gern angenommen wird und hängenbleibt: „Europas Ideale erleuchten die Welt“ titelte die FAZ am 26. April.

Er hat bei den Zuhörern und Zuschauern den Eindruck vermittelt, wir, der Westen, die USA und Europa – wir seien die Guten.

Wenn Europas Ideale eine einigermaßen große Bedeutung für die innere Gestaltung hätten, dann könnte man ja sofort in dieses Lob einstimmen. Und nicht zu bestreiten ist, dass die europäische Einigung ein Fortschritt ist. Aber dieser ist eher in Gefahr als neu. Obamas Lob klingt in der jetzigen Zeit ziemlich deplatziert.

Obama hat die Lobeshymnen mit Forderungen verbunden, aber dieser Misston hat die Lobeshymnen nicht gestört

Europa und die NATO müssten sich mehr engagieren, in Syrien, im Irak, in Libyen – insgesamt im Kampf gegen den Terror. Sie müssten ihre Rüstungsausgaben auf 2 % des Bruttoinlandsprodukts erhöhen. Weniger Geschichtsvergessene hätten nach dieser Forderung gefragt: Wie bitte? Wir hatten 1989 und 1990 doch geplant, abzurüsten. War da nicht von Friedensdividende die Rede? Alles vergessen. Alles weg, weil das Imperium es anders will.

Obama hat die Zuhörer und Zuschauer damit manipuliert, dass er häufig nur einen Teil der Geschichte erzählt.

Dafür gibt es eine Reihe von Beispielen. Sie betreffen wichtige Angelegenheiten und Zusammenhänge:

  1. Noch harmlos: er lobt Angela Merkel als die große Europäerin. Dabei verschweigt er geflissentlich, dass die Bundeskanzlerin zusammen mit ihrem Bundesfinanzminister und ihrer Regierung mit ihrer Währungs- und Wirtschaftspolitik und mit der Behandlung der europäischen Länder im Süden, insbesondere Griechenlands, Europa in eine tiefe Krise gestürzt hat. Diese Geschichte hat er nicht erzählt. Diese Geschichte ist aber hochaktuell und sie belastet die Entwicklung Europas auch weiterhin.
  2. Es musste jedem einigermaßen nachdenklichen und kritischen Zuschauer und Zuhörer auffallen, dass dieser amerikanische Präsident die atlantische Partnerschaft und die Westintegration über den grünen Klee gelobt hat. Das wurde auch sichtbar, als er von Konrad Adenauer als einem „Giganten“ gesprochen hat, der Gegner zu Verbündeten gemacht habe.Damit erzählt Obama die Geschichte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts und er klammert aus, dass diese Politik mit dem Mauerbau und der Konfrontation zwischen Ost und West insgesamt weitgehend gescheitert war. Er klammert aus, was dann in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit der Entspannungspolitik, also mit der Politik des Abbaus der Konfrontation zwischen West und Ost für den Frieden in Europa und für die Zusammenarbeit aller Völker geschaffen worden ist. Die gemeinsame Sicherheit Europas als Projekt, kommt bei Obama nicht vor. Er steht voll in der Tradition Reagans und Clintons, die dieses Projekt abgebrochen haben. Er hat sich voll hinter die Linie des Westens und der NATO gestellt, das westliche Militärbündnis bis an die Grenzen Russlands auszudehnen und eben keinen Wert auf Kooperation und Zusammenarbeit gelegt.

    Dazu passt auch, dass bei ihm die Forderung auftaucht, Russland müsse die Krim wieder rausrücken. Er warb für die Sanktionen gegen Russland. Bei diesem Präsidenten ist nichts von der Konzeption zu spüren, dass man sich verständigen muss, um Frieden zu erhalten und im übrigen sich auch verständigen muss, um Wandel beim politischen Gegner zu erreichen. – Das ist ein Rückfall hinter das Konzept des Friedens in Europa. Und es ist klar, dass bei diesem Präsidenten Russland nicht zu Europa gehört. –

    Für mich persönlich wurde hier sichtbar, dass ich mich in diesem Präsidenten lange Zeit getäuscht habe. Er ist ein Vertreter des Imperiums. Seine Sprüche über Freiheit klingen nicht anders als die Sprüche des deutschen Bundespräsidenten: Hohl.

  3. Auch in den Passagen zum Kampf gegen den Terror hat der US-Präsident die Geschichte verkürzt, zu seinen Gunsten verkürzt. Er hat nicht erwähnt und schon gar nicht untersucht, weshalb es Terror gibt und woher die Flüchtlinge kommen und warum sie kommen. Schon ins Groteske geht seine Aufforderung, wir sollten beim wirtschaftlichen Aufbau im Irak helfen. Da kommt der Mörder und fordert die Passanten auf, die Leiche zu beseitigen. Die USA haben im Irak Krieg geführt. Sie haben zur wirtschaftlichen Krise dieses Landes wesentlich beigetragen. Sie haben den Irak zerstört und 100tausende von Menschen auf dem Gewissen. Und sie schüren weiter Krisen. Nebenbei erwähnt Obama, dass sie 250 US-Spezialkräfte nach Syrien schicken.

Die Rede des US Präsidenten war insgesamt eine hochideologische und damit zugleich eine verlogene Rede. Sie hat alles verdeckt, was es an mieser Entwicklung in den USA und in Europa gibt. Er hat von Freiheit und Demokratie gesprochen und von freier Presse und dabei über die immer schlimmer werdende Lage der Medien in den USA wie auch in Europa hinweggeredet.

Er hat auch nicht über die himmelschreiend ungerechte Verteilung der Vermögen und der Einkommen in der westlichen Welt gesprochen. Hätte er das getan, dann hätten ihm die Sprüche über Freiheit und Demokratie im Halse stecken bleiben müssen.

Dass die deutschen Medien mehrheitlich sich so haben einlullen lassen, ist ein beredtes Zeugnis ihres schlimmen Zustandes: Kampagnen-Medien, leicht käuflich von westlichen, atlantischen Ideologen. Embedded in die sogenannte westliche Welt.

Quelle

10 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Womolix
    Apr 27, 2016 @ 16:51:13

    Das alles hält dem Nobelpreiskomitee einen bitteren Spiegel vor: zu Beginn der Amtszeit von Obama verliehen sie ihm den „Friedensnobelpreis“ nur aufgrund von ein paar retorischen Schlänkern…
    Für mich ist das schon lange RTL II – Niveau.

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    • Ilanah
      Apr 28, 2016 @ 06:10:56

      Ja, das stimmt.
      Obwohl ich mir vorstellen kann, dass er zu Anfang schon gute Absichten hatte, leider kam er mit vielem nicht durch.

      Gefällt 1 Person

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      • Womolix
        Apr 28, 2016 @ 08:45:39

        Obama war schon immer ein Patriot. Und er hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass Amerika, besser gesagt die USA, zuerst kommt. Er hat auch nie einen Zweifel daran gelassen, dass die USA das Maß aller Dinge ist, nach dem Motto: macht es so wie wir, dann ist alles gut. (Wir wissen, dass vieles in den USA zum Himmel stinkt.)
        Bei einem solchen Sendungsbewußtsein war und bin ich immer skeptisch. Das war so bei Ronald Reagen, bei Jimmy Carter, bei den beiden Buschs und auch bei Obama so. Ich glaube Ich habe überall recht behalten… LEIDER
        Die Menschen wollten Obama einfach glauben. Das hat sie blind gemacht.

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  2. ananda75
    Apr 27, 2016 @ 17:05:10

    Bald haben wir, bzw. die Amis, Donald Duck als President, was meinst du, was wir dann erst zu hören kriegen

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  3. freiedenkerin
    Apr 27, 2016 @ 17:24:56

    Mich hat es schon stutzen lassen, dass Mr. Obama Frau Merkel quasi als seine beste Freundin bezeichnet hat. Jahrelang hat es mir ein irgendwie teuflisches Vergnügen bereitet, die Körpersprache der Beiden während der Aufnahmen ihrer Zusammentreffen zu studieren – da gab es nämlich lange Zeit keinen Zweifel daran, dass Mr. O und Frau M eigentlichgar nicht miteinander können.

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    • Ilanah
      Apr 28, 2016 @ 06:12:55

      lach….ich schaue auch immer darauf…viel Gemeinsamkeit ist da nicht zu spüren.
      Ich fand die Rede reichlich übertrieben und aufgesetzt, besonders das ewige „Freundschaftsgehabe“.

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  4. giselzitrone
    Apr 28, 2016 @ 11:08:01

    Danke für deinen Besuch wünsche dir einen wunderschönen Donnerstag liebe Grüße von mir Gislinde

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  5. gageier
    Apr 28, 2016 @ 13:02:53

    Liebe Ilanah ja hier ist es auch sehr kalt mit viel Regen seit 2 Tagen nächste Woche soll es ja wärmer werden wie heißt es so schön die Hoffnung stirbt zuletzt Klaus in Freundschaft

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  6. kowkla123
    Apr 28, 2016 @ 14:23:01

    er hat es versucht, hab ich nicht gesagt, fast Freitag, alles Gute

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