Feldenkrais und Co

mag ich sehr gerne. Als ich einen schlimmen Bandscheibenvorfall hatte mit Blasenlähmung und Lähmung in den Beinen habe ich Feldenkrais sehr schätzen gelernt.

Ich lag quasi schon auf dem OP-Tisch als meine damalige Therapeutin, die auch Feldenkraislehrerin war, rangestürmt kam und alles abgeblasen hat.

Ich wurde nachhause getragen/gefahren und sie hat mich dort behandelt. Nach einer guten halben Stunde war wieder Gefühl in meinen Beinen, die Blase funktionierte wieder.

Nach einer weiteren Stunde war ich so gut wie schmerzfrei. Zwei weitere Behandlungen in den folgenden Tagen folgten und ich war danach wie neu.

Auch bei einem ständig entzündeten und schmerzenden Handgelenk ging ich zu einer Feldenkrais-Lehrerin, zweimal und seitdem ist es nie wieder aufgetreten.

Kann ich echt nur weiter empfehlen. Es gibt zwei Varianten, die aktive, die auch in Volkshochschulen angeboten und von den Kassen bezuschusst wird. Und die passiv-aktive Einzelbehandlung, die ich persönlich bevorzuge, die man allerdings selbst zahlen muss.

Jetzt habe ich gerade folgendes gelesen:

Mehr Beweglichkeit durch Feldenkrais, Qigong und Yoga

Viele halten es für ganz normal, dass der Körper im Alter an Beweglichkeit verliert. Aber die moderne Hirnforschung weiß es besser: Wir können lebenslang neu lernen, auch Bewegungen. Moshé Feldenkrais entwickelte bereits vor 70 Jahren auf dieser Basis seine Lehre. Jede Bewegung wird achtsam ausgeführt und variiert, um dann nachzuspüren: Was geht ohne Anstrengung?

Charlotte Rehbock-Walter macht in ihren Kursen nichts vor, gibt nur mündlich Anweisungen. Denn: „Bei uns gibt es kein Richtig oder Falsch“, erläutert die Feldenkrais-Lehrerin aus München. „Wir haben die Möglichkeiten im Blick, nicht die Defizite.“ Das schätzen vor allem ihre älteren Kursteilnehmer. Der langfristige Effekt: Neue Bewegungsspielräume.

Um das Körpergefühl zu verbessern, setzen Rehakliniken auch zunehmend auf Qigong und Yoga, die in China und Indien eine lange Tradition haben. Pilates fokussiert auf Beckenboden, Bauch und Rücken. Der immer gleiche Effekt: eine bessere Haltung, mehr Gespür dafür, wie verspannt man oft steht, und die Erfahrung, wie viel entspannter es auch geht. Sich wohlfühlen in seinem Körper richtet auch innerlich auf und stimmt positiv.

Mehr Lust auf Sport und geringere Verletzungsgefahr

„Vielen macht die Leichtigkeit, mit der sie sich nun bewegen, wieder mehr Lust auf Aktivität“, weiß Rehbock-Walter von ihren Schülern. Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln bestätigt: „Menschen, die durch Feldenkrais, Qigong, Yoga oder Pilates ihren Körpersinn geschult haben, erleben ihren Sport intensiver, und – das Beste – sie bleiben dran.“ Positiver Nebeneffekt: Wer sich einzuschätzen weiß, verletzt sich nicht so leicht beim Sport.

Lust bekommen? Prüfen Sie, welcher Ansatz am besten zu Ihnen passt. Kurse gibt es an Volkshochschulen, in Sportvereinen, Fitness- und Gesundheitsstudios.

Wege zu mehr Körpergefühl

Feldenkrais: Durch Ausprobieren und Beobachten lernen Sie eingefahrene Bewegungsgewohnheiten zu verändern und sich leichter zu bewegen. (Beispiele siehe Übungen.)

Qigong: Bewegungsmeditation. Fließende Bewegungen, die inspiriert sind durch Vorbilder aus der Natur, zum Beispiel „ziehende Wolken“.

Yoga: Es gibt verschiedene Ansätze. Das bekannte Hatha-Yoga übt bestimmte Körperstellungen, Atemtechniken und Meditation. Gute Lehrer passen die Übungen dem Können der Schüler an.

Pilates: Fitness-Programm mit Yoga-Elementen. Ziele sind eine gute Atemtechnik, Beweglichkeit, Koordination und Kraft, vor allem im Rumpfbereich.


Das Drehen verbessern

Ausgangslage: Sie sitzen auf einem Hocker. Schauen Sie sich nach beiden Seiten um.
Spüren Sie:
Wie weit sehen Sie bequem nach links? Und nach rechts?


W&B/Judith Häusler

1. Schieben Sie das rechte Knie etwas nach vorn und wieder zurück, der rechte Fuß bleibt stehen.


W&B/Judith Häusler

2. Heben Sie die rechte Hand vor das Gesicht, sie hängt dabei locker herunter.


W&B/Judith Häusler

3. Führen Sie Hand und Arm nach links um den Körper, der Kopf folgt. Die rechte Hand liegt auf dem Kopf. Neigen Sie den Kopf mit der Hilfe der Hand einige Male nach rechts, dann nach links.


W&B/Judith Häusler

4. Wiederholen Sie Schritt 2, bleiben Sie nach links gedreht. Drehen Sie den Kopf einige Male noch etwas weiter nach links und zurück zur Mitte.

Spüren Sie: Wie weit können Sie jetzt bequem nach links schauen? Und zur anderen Seite?


Den Brustkorb weiten


W&B/Judith Häusler

Ausgangsposition:
1. Seitenlage rechts. Kopf ruht auf einer flachen Unterlage, Arme nach vorn gestreckt, Handflächen aufeinander, Beine angewinkelt.


W&B/Judith Häusler

2. Führen Sie die linke Hand langsam am Boden um den Kopf herum. Kopf und Augen folgen der Bewegung. Arm in Schulterhöhe ablegen, Blick zur Decke gerichtet.

Spüren Sie: Geht das leicht?


W&B/Judith Häusler

3. Ausgangsposition, aber Hände gefaltet. Heben Sie das linke Knie leicht an, mit jedem Mal etwas weiter.


W&B/Judith Häusler

4. Rückenlage. Arme ausgebreitet in Schulterhöhe, Füße aufgestellt. Senken Sie die Beine nach rechts ab und legen sie ab. Führen Sie nun den linken Arm um den Kopf, Schultern und Kopf rollen mit. In der Ausgangslage enden.
Spüren Sie: Geht dieser Schritt leichter?

Probieren Sie alles auf der anderen Seite (ohne Foto).


3. Schultern und Nacken erleichtern

Ausgangslage: Sie sitzen auf einem Hocker oder auf der Vorderkante eines Stuhls, beide Füße auf dem Boden, der Rücken frei. (ohne Foto)


W&B/Judith Häusler

1. Spüren Sie: Schultern entspannt? Wie groß ist der Abstand zwischen Ohr und Schulter? Wie leicht dreht sich der Kopf?


W&B/Judith Häusler

2. Strecken Sie den rechten Arm nach vorn, drehen die Handfläche nach außen, Daumen Richtung Boden. Kreuzen Sie den linken Arm über den rechten, die Handflächen zueinander, nun Hände falten. Bewegen Sie Hände und Arme abwechselnd nach links und rechts, der Kopf folgt der Bewegung.

Wiederholen Sie diesen Schritt, drehen Sie den Kopf aber jeweils in die Gegenrichtung.


W&B/Judith Häusler

3. Bewegen Sie Arme und Hände Richtung Zimmerdecke und Richtung Boden, und schauen Sie den Händen nach. Beobachten Sie, was sich in welcher Weise mitbewegt.

Wiederholen Sie diesen Schritt, bewegen aber den Kopf gegengleich.

Spüren Sie: Wie fühlen sich die Schultern an, wie dreht sich der Kopf?


Bildnachweis: W&B/Judith Häusler

7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. kowkla123
    Mai 20, 2016 @ 11:52:53

    also, wenn das so hilft, echt toll, wünsche ein superschönes Wochenende

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  2. ananda75
    Mai 20, 2016 @ 12:44:35

    hier ist er immerhin 65 Jahre alt

    Ich mach zwar Sivananda, aber Iyengar ist mein Vorbild 🙂 – der Löwe 😉

    und ich habe „ganz normale“ Menschen, keine Super-Yogis oder Lehrer mit über 70 Jahren gesehen, die waren voll fit und beweglich, das geht.

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  3. kat+susann
    Mai 20, 2016 @ 15:39:46

    Ich hatte in letzter Zeit auch Bewegungseinschränkungen beim Drehen und bücken und dachte, so , jetzt isses soweit, jetzt wirst ne alte Schachtel. Aber dann war ich bei einer Physiotherapeutin, die auch Ostheopathie macht und die hat es geschafft, das ich wieder weicher geworden bin. Ist zwar nicht Feldenkrais, was ich übrigens sehr schätze, aber auch etwas anderes als Resignieren oder operieren.Grüsse Kat.

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