Zum Neuen Jahr

Ein bißchen mehr Friede und weniger Streit,
Ein bißchen mehr Güte und weniger Neid,
Ein bißchen mehr Liebe und weniger Haß,
Ein bißchen mehr Wahrheit – das wäre doch was!

Statt so viel Unrast ein bißchen mehr Ruh‘,
Statt immer nur Ich ein bißchen mehr Du,
Statt Angst und Hemmung  ein bißchen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln – das wäre gut!

Kein Trübsal und Dunkel, ein bißchen mehr Licht,
Kein quälend Verlangen, ein bißchen Verzicht,
Und viel mehr Blumen, solange es geht,
Nicht erst auf Gräbern – da blüh’n sie zu spät!

Peter Rosegger

Man nehme…

Man nehme

Man nehme 12 Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit,

Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit
und zwei Teilen Frohsinn und Humor.

Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz,

ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird das Ganze
sehr reichlich mit Liebe übergossen.

Das fertige Gericht schmücke man
mit einem Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten

und serviere es täglich mit Heiterkeit!

Katharina Elisabeth Goethe

(1731-1808), Mutter v. Johann Wolfgang von Goethe

So einfach könnte es sein…

„Das Königskind“
Es war einmal ein König. In seiner Stadt herrschte große Armut. Die Menschen in der Stadt waren verbittert und unzufrieden und sie fürchteten ihren Herrscher.

Eines Tages ließ der König alle Bewohner am Stadtplatz versammeln, um ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen. Gespannt und ängstlich richteten die Menschen ihre Blicke auf den König und waren neugierig auf die wichtige Mitteilung.

Der König sprach:
„Ich habe heimlich ein Königskind gegen eines eurer Kinder getauscht. Behandelt es gut. Sollte ich erfahren, dass meinem Kind Schlechtes widerfährt, werde ich den Schuldigen zur Rechenschaft ziehen!“

Dann kehrte der König auf sein Schloss zurück. Die Stadtbewohner fürchteten die Strafe, weil niemand wusste, welches das Königskind war. Deshalb begannen die Menschen, alle Kinder in der Stadt so zu behandeln, als wäre jedes einzelne das Königskind.

konigkind

Es vergingen viele Jahre. Die Kinder wurden zu Erwachsenen und bekamen selber Kinder. Der mittlerweile alte König beobachtete mit Genugtuung die Entwicklung in seiner Stadt. Aus der früheren armen und schmutzigen Stadt wurde eine prachtvolle, weit über die Landesgrenzen bekannte Stadt. Es gab Krankenhäuser, Schulen, eine große Bibliothek …

Die Bewohner waren zufrieden und glücklich.

Und warum? Weil alle Bewohner die Kinder in der Stadt mit viel Liebe und gut erzogen haben. Da niemand wusste, welches Kind das Königskind war, wurde jedes in der Stadt so behandelt, als wäre es vom König.

Verfasser unbekannt

The same procedure as every year….

….mein Lieblingsweihnachtslied darf ja nicht fehlen. 😉

Was ich dir wünsche….

In Gedanken bin ich bei euch!

320.000 ist eine ganze Menge…

….eine Menge, die betroffen macht… 😦

320.000 Plastikbecher wandern in Deutschland stündlich in den Müll. Diese Umweltbelastung kann man leicht umgehen, indem man Thermobecher nutzt, die man sich einfach auffüllen lässt oder den Kaffee direkt von zuhause im Becher mitnimmt.

STÜNDLICH!!!!!!!

Es macht mich betroffen, obwohl ich selbst schon einige Jahre einen eigenen Thermobecher habe, den ich immer mitnehme und füllen lasse, wenn ich unterwegs mal Kaffee oder Tee trinken will.

Und es gibt soviel, was wir unbewusst tun, wobei wir uns alle schädigen….

Wir sind Gewohnheitstiere. Das Leben kann so komplex und anstrengend sein, es gibt täglich so viele Aufgaben zu erledigen, Entscheidungen zu treffen und Zukunftspläne zu schmieden, dass man in manchen Dingen des Alltags einfach dem Trott der Herde folgt. Dabei vergessen oder verdrängen wir, dass das eigene Verhalten weite Kreise ziehen kann und in jedem Fall Spuren in der Welt hinterlässt.

Wir können vielleicht nicht gleich morgen den Klimawandel aufhalten, Armut und alle Kriege der Welt stoppen. Aber wir können bewusster sein, achtsamer mit Ressourcen umgehen und nachhaltiger denken und leben. Und unseren Alltag entmüllen. Hier sind 8 Dinge, die die Welt nicht braucht. Und du erst recht nicht.

1. Coffee To Go belastet die Umwelt

320.000 Plastikbecher wandern in Deutschland stündlich in den Müll, diese Nachricht ging im August durch sämtliche Medien. Wir haben uns so sehr an diesen Latte, Cappuccino oder Chai im Einwegbecher gewöhnt, dass wir den Wahnsinn schon gar nicht mehr wahrnehmen.

Das erinnert ein wenig an’s Nuckeltuch von damals, nicht? Immer in der Hand und immer am Mund. Werdet erwachsen, setzt euren Hintern in dieses hübsche Café an der Ecke und trinkt den Kaffee aus einer ordentlichen Tasse. Das entlastet die Umwelt. Unterstützt die lokalen Gastronomen. Und steigert eure Lebensqualität – vorausgesetzt, ihr lasst das Handy mal einen Moment in Ruhe und genießt bewusst den Moment. Womit wir auch gleich beim nächsten Punkt wären.

2. Zeit sinnvoll nutzen statt Zeitverschwendung

Jetzt mal ehrlich, spätestens mit 35 haben es alle begriffen: Wir bleiben nicht ewig jung. Die Zeit vergeht sowieso rasend. Wie schnell aber vergehen die Stunden und Tage und Wochen vor dem Handy-Display, beim Oldschool-Fernsehglotzen oder nur nochmal eben die Facebook-Wall deiner “Freunde” abgrasen? In der Zeit hätten wir wahrscheinlich alle Sprachen, die wir schon immer sprechen wollten, lernen und alle fremden Schönheiten, die wir auf dem Sofa nicht kennenlernen, küssen können.

Also, selbst wenn es klingt wie aus Omas oller Ratgeber-Kiste… Oma hat Recht. Kinder, geht raus, trefft Freunde und “spielt”: Erlebt das Leben, anstatt es zu fotografieren, zu teilen und zu kommentieren. Im Zweifel, probiere es doch mal mit ehrenamtlicher Arbeit, das soll nicht nur anderen helfen, sondern auch für den Helfer selbst sehr erfüllend sein. Übrigens: Jetzt gleich ins andere Extrem zu verfallen und 87 Dinge gleichzeitig zu machen, aus lauter Angst, etwas zu verpassen, fällt ebenfalls in die Rubrik Zeitverschwendung.

Du willst deine Zeit sinnvoll füllen? Hier sind Tipps, wie du ganz einfach Gutes tun kannst

3. Unzufriedenheit im Job

Apropos Verschwendung von Zeit. Meckerst du seit Jahren über deinen Job? Bist du überqualifiziert, unterbezahlt und zu Tode gelangweilt von deinen täglichen Aufgaben? Dann lass es einfach.

Ganz ehrlich, suche dir schleunigst einen Job, der Sinn macht und dich mit Freude und Stolz erfüllt. Einen, für den du morgens gerne aufstehst, zumindest an den allermeisten Tagen. Einen, der dir nicht nur Geld bringt, sondern nährende Kontakte und erfüllende Aufgaben. Das Leben ist zu kurz, um frustriert und unglücklich zu sein.

4. Muss es immer das Allerneueste sein?

Am Puls der Zeit zu sein, bedeutet nicht, jedem Trend hinterherzujagen. Kann das neue Smartphone, der aktuellste Laptop wirklich so viel mehr als die Vorgänger? Mehr Bewusstheit tut auch hier gut. Setze doch einfach einen neuen Trend und mach bei der Ressourcenverschwendung nicht mehr mit. Mit dem gesparten Geld kannst du Besseres anfangen. Zum Beispiel hochwertiges Brot kaufen und damit nicht nur deine Gesundheit, sondern auch lokale Handwerksbäcker unterstützen.

5. Billig-Brot ist ungesund

Backshops und Discounter bieten angeblich frisches Brot und Brötchen an, die in Wahrheit nur aufgebacken sind. Wir freuen uns über Dumpingpreise und bekommen, quasi “kostenlos” künstliche Geschmacks-, Farb- und Konservierungsstoffe mitgeliefert. Ganz nebenbei sind wir daran beteiligt, dass Handwerksbäcker dicht machen, weil sie mit den Billigpreisen nicht mitmachen können.

Meidet daher alle Bäckerei-Ketten und kauft euer Brot lieber direkt beim Bioladen, da wisst ihr, was ihr habt. Oder gleich selber backen!

6. Wasser in Plastikflaschen sollte man vermeiden

Plastikflaschen wird nachgesagt, dass sie Hormone enthalten, die sich aus dem Kunststoff in das Wasser absondern. Je länger das Wasser in der Flasche ist, desto höher die Hormonbelastung.

Doch selbst, wenn wir Mineralwasser in Glasflaschen kaufen: Ist der Gedanke nicht irrsinnig, dass wir Wasser ewig und drei Tage mit LKW durch ganz Europa oder auch nur Deutschland karren lassen, dabei Unmengen an Kohlendioxid und Ruß in die Atmosphäre blasen, wo wir doch zu Hause eine Leitung haben, aus der wir 24 Stunden am Tag frisches Wasser gewinnen können?

Laut einem Bericht von Stiftung Warentest vom Mai 2015 wird die Qualität unseres Trinkwassers “so streng kontrolliert wie bei keinem anderen Lebens­mittel in Deutsch­land”. Die deutsche Trinkwasserverordnung sei in einigen Punkten auch wesentlich strenger als die Verordnung für Mineral- und Tafelwasser, bestätigt das Umweltbundesamt: “So legt die Trink­wasser­ver­ordnung zum Beispiel Höchst­gehalte für Pestizide, Industrie­chemikalien und Uran fest. In der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung fehlen diese Grenz­werte für herkömm­liche natürliche Mineralwässer.”

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte: Wasserfilter gibt es in allen Formen und Größen, vom einfachen Modell zum Hinstellen bis zum Einbau in das Leitungssystem. Wenn du dir dann eine Glasflasche zum Mitnehmen zulegst, zapfst du dir dein eigenes Wasser für weniger als 0,2 Cent pro Liter aus dem Hahn und bist immer und überall bestens versorgt.

7. Billig-Mode ist Ausbeuterei

Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen von extrem günstigen Modehäusern sind längst bekannt. Du kannst dich für eine dieser Alternativen entscheiden: Es gibt inzwischen viele trendige Öko-Labels, die umwelt- und sozialverträglich produzieren. Und vielleicht muss es auch hier nicht immer neu sein: Umweltfreundlicher und nachhaltiger sind gebrauchte Klamotten, die du online günstig kaufen oder gegen deine eigenen Teile tauschen kannst.

8. Mikroplastik ist ein enormer Umweltverschmutzer

Wusstest du, dass deine Kosmetik höchstwahrscheinlich winzige Plastikteilchen enthält, die Fische und andere Merresbewohner töten können? Die Mikropartikel werden Pflegeprodukten als Schleifmittel, Füllstoff oder in flüssiger Form als Bindemittel zugesetzt. Und sind so winzig, dass Kläranlagen sie nicht aus dem Abwasser heraus filtern können.

Heißt: Das Mikroplastik gelangt ins Meer, zieht Umweltgifte an und ist aus der Umwelt nicht mehr zu entfernen. Sie wird von Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen mit der Nahrung aufgenommen und diese können daran sterben. Die bessere Wahl ist Naturkosmetik. Hier ist der Einsatz von Mikroplastik verboten.

 

Nur ein Bleistift?????

DIE GESCHICHTE VOM BLEISTIFT

Der Junge sah zu, wie die Großmutter einen Brief schrieb. Irgendwann fragte er: „Schreibst du eine Geschichte, die uns passiert ist? Ist es vielleicht sogar eine Geschichte über mich?“ „Es stimmt, ich schreibe über dich. Aber wichtiger als die Worte ist der Bleistift, den ich benutze. Es wäre schön, du würdest einmal so wie er, wenn du groß bist.“ Der Junge schaut den Bleistift verwirrt an und konnte nichts Besonderes an ihm entdecken. Aber er ist doch genau wie alle anderen Bleistifte!“ „Es kommt darauf an, wie du die Dinge betrachtest. Der Bleistift hat fünf Eigenschaften, und wenn du es schaffst, sie dir zu Eigen zu machen, wirst du zu einem Menschen, der in Frieden mit der Welt lebt.
Die erste Eigenschaft: Du kannst große Dinge tun, solltest aber nie vergessen, dass es eine Hand gibt, die deine Schritte lenkt. Diese Hand nennen wir Gott, und Er soll dich immer Seinem Willen entsprechend führen.
Die zweite Eigenschaft: Manchmal muss ich das Schreiben unterbrechen und den Anspitzer benutzen. Dadurch leidet der Stift ein wenig, aber hinterher ist er wieder spitz. Also lerne, hin und wieder Schmerzen zu ertragen, denn sie werden dich zu einem besseren Menschen machen.
Die dritte Eigenschaft: Damit wir Fehler ausmerzen können, ist der Bleistift mit einem Radiergummi ausgestattet. Du musst begreifen, dass Korrigieren nichts schlechtes, sondern dringend erforderlich ist, damit wir auf dem rechten Weg bleiben.
Die vierte Eigenschaft: Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz oder seine äußere Form, sondern die Graphitmine, die in ihm drinsteckt. Also achte immer auf das, was in dir vorgeht.
Schließlich die fünfte Eigenschaft des Bleistifts: Er hinterlässt immer eine Spur. Auch du musst wissen, das alles was du im Leben tust, Spuren hinterlässt, und daher versuchen , was du gerade tust, ganz bewusst zu machen.“

                                                                                                               Paulo Coelho

Tja…

Halleluja….

Ich habe gehört, dass es ein geheimer Akkord war,
Den David spielte und der Gott gefiel.
Aber du machst dir nicht wirklich viel aus Musik, oder ?
Es geht so:

Die Quarte, die Quinte
Moll runter, Dur rauf
Der verwirrte König komponierte Halleluja

Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja

Dein Glaube war stark, doch du brauchtest Beweise
Du sahst sie baden auf dem Dach (*1)
Ihre Schönheit und das Mondlicht überwältigten dich
Sie band dich an einen Küchenstuhl
Sie zerbrach deinen Thron (*2), sie schnitt dir das Haar ab (*3)
Und entlockte deinen Lippen das Halleluja

Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja

Vielleicht war ich schon mal hier
Ich kenn‘ dieses Zimmer, hab‘ diesen Boden schon mal beschritten
Ich lebte alleine, bevor ich dich kennenlernte
Ich hab‘ deine Flagge auf dem Marmorbogen geseh’n
Liebe ist keine Triumphzug
Es ist ein kaltes und ein gebrochenes Halleluja

Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja

Du sagst, ich habe den Namen Gottes missbraucht,
Dabei kenne ich den Namen noch nicht einmal.
Aber wenn es denn so ist, welche Bedeutung hat das für dich?
In jedem Wort flammt eine gewisse Glut,
Es ist egal, welches du gehört hast:
Das heilige oder das gebrochene Halleluja.

Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja

Ich gab mein Bestes, doch es war nicht viel.
Ich konnte nichts fühlen, deshalb versuchte ich zu berühren.
Ich sagte die Wahrheit, ich bin nicht gekommen, um dir was vorzumachen.
Und auch wenn alles schief gegangen ist,
Werde ich vor dem Gott des Gesangs stehen,
Mit nichts auf meiner Zunge, als ein Halleluja.

Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja
Halleluja

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*1) Anspielung auf Bathseba, die Frau Urijas, die David ihm ausgespannt hat

*2) Anspielung darauf, dass zur Strafe Davids Reich nach seinem Tod in zwei Teile zerbrach

*3) Anspielung auf Dalilah, die Samson seine langen Haare abschnitt, in denen das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft lag

 

Now I’ve heard there was a secret chord
That David played, and it pleased the Lord
But you dont really care for music, do you?
It goes like this, the fourth, the fifth
The minor falls, the major lifts
The baffled king composing Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Your faith was strong but you needed proof
You saw her bathing on the roof
Her beauty and the moonlight overthrew her
She tied you to a kitchen chair
She broke your throne, and she cut your hair
And from your lips she drew the Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Maybe I’ve been here before
I know this room, I’ve walked this floor
I used to live alone before I knew you
I’ve seen your flag on the marble arch
love is not a victory march
Its a cold and its a broken Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

You say I took the Name in vain
I dont even know the Name
But if I did, well really, what’s it to you?
There’s a blaze of light in every word
It doesnt matter which you heard
The holy or the broken Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

I did my best, but it wasnt much
I couldn’t feel, so I tried to touch
I’ve told the truth, I didnt come to fool you
And even though it all went wrong
I’ll stand before the Lord of song
With nothing on my tongue but Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah…

Nicht nur sichtbare „Leistung“ zählt…

SONNENSTRAHLEN
Rund um die Wiese herum, wo Kühe und Pferde grasten, stand eine alte, alte Steinmauer.
In dieser Mauer – nahe bei Scheuer und Kornspeicher – wohnte eine Familie schwatzhafter Feldmäuse. Aber die Bauern waren weggezogen, Scheuer und Kornspeicher standen leer. Und weil es bald Winter wurde, begannen die kleinen Feldmäuse Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln. Alle Mäuse arbeiteten Tag und Nacht. Alle – bis auf Frederick.
„Frederick, warum arbeitest du nicht?“ fragten sie.
„Ich arbeite doch“, sagte Frederick, „ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage.“
Und als sie Frederick so dasitzen sahen, wie er auf die Wiese starrte, sagten sie: „Und nun, Frederick, was machst du jetzt?“
„Ich sammle Farben“, sagte er nur, „denn der Winter ist so grau.“
Und einmal sah es so aus, als sei Frederick halb eingeschlafen. „Träumst du, Frederick?“ fragten sie vorwurfsvoll. „Aber nein“, sagte er, „ich sammle Wörter. Es gibt viele lange Wintertage – und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen.“
Als nun der Winter kam und der erste Schnee fiel, zogen sich die fünf kleinen Feldmäuse in ihr Versteck zwischen den Steinen zurück.
In der ersten Zeit gab es noch viel zu essen, und die Mäuse erzählten sich Geschichten über singende Füchse und tanzende Katzen. Da war die Mäusefamilie ganz glücklich!
Aber nach und nach waren fast alle Nüsse und Beeren aufgeknabbert, das Stroh war alle, und an Körner konnten sie sich kaum noch erinnern. Es war auf einmal sehr kalt zwischen den Steinen der alten Mauer, und keiner wollte mehr sprechen.
Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. „Frederick!“ riefen sie, „was machen deine Vorräte?“
„Macht die Augen zu“, sagte Frederick und kletterte auf einen großen Stein. „Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?“ Und während Frederick so erzählte, wurde den vier kleinen Mäusen schon viel wärmer.
Ob das Fredericks Stimme gemacht hatte? Oder war es ein Zauber?
„Und was ist mit den Farben, Frederick?“ fragten sie aufgeregt. „Macht wieder eure Augen zu“, sagte Frederick. Und als er von blauen Kornblumen und roten Mohnblumen im gelben Kornfeld und von grünen Blättern am Beerenbusch erzählte, da sahen sie die Farben so klar und deutlich vor sich, als wären sie aufgemalt in ihren kleinen Mäuseköpfen.
„Und die Wörter, Frederick?“ Frederick räusperte sich, wartete einen Augenblick, und dann sprach er wie von einer Bühne herab:
Wer streut die Schneeflocken? Wer schmilzt das Eis?
Wer macht lautes Wetter? Wer macht es leis?
Wer bringt den Glücksklee im Juni heran?
Wer verdunkelt den Tag? Wer zündet die Mondlampe an?
Vier kleine Feldmäuse wie du und ich
wohnen im Himmel und denken an dich.
Die erste ist die Frühlingsmaus, die lässt den Regen lachen.
Als Maler hat die Sommermaus die Blumen bunt zu machen.
Die Herbstmaus schickt mit Nuss und Weizen schöne Grüsse.
Pantoffeln braucht die Wintermaus für ihre kalten Füsse.
Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind vier Jahreszeiten.
Keine weniger und keine mehr. Vier verschiedene Fröhlichkeiten.“
Als Frederick aufgehört hatte, klatschten alle und riefen: „Frederick, du bist ja ein Dichter!“
Frederick wurde rot, verbeugte sich und sagte bescheiden: „Ich weiß es – ihr lieben Mäusegesichter!“

Leo Lionni

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