Achte auf deine Worte….

Der Hirtenjunge und der Wolf

Ein Hirtenjunge hütete jeden Tag die Schafe. Morgens holte er die Tiere von ihren Besitzern ab und trieb sie zum Hügel über dem Dorf, wo die Schafe grasen konnten. Am Abend brachte er sie gewissenhaft zurück ins Dorf.
Manchmal langweilte sich der Hirtenjunge, schließlich sah er den ganzen Tag nur Schafe, Schafe, Schafe. So wollte er sich eines Tages einen Spaß erlauben und rief: »Der Wolf! Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!«
Sofort kamen die Dorfbewohner mit ihren Mistgabeln und Dreschflegeln aus dem Dorf gelaufen, um den Wolf zu verjagen.
Doch da war kein Wolf.

Der Hirtenjunge lachte Tränen über die verdutzten Gesichter der Bauern. Ihm gefiel der Spaß so gut, dass er ihn nach einigen Tagen wiederholte. Wieder rief er: »Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!« Und wieder kamen alle Bewohner des Dorfes angerannt, um dem Knaben beizustehen – doch es war kein Wolf zu sehen.
Eines Herbstabends, als sich der Hirtenjunge mit den Schafen auf den Heimweg machen wollte, kam tatsächlich ein Wolf. Der Bursche schrie voller Angst: »Der Wolf! Der Wolf will eines der Schafe holen!« und kletterte eilends auf einen hohen Baum. Doch diesmal kam nicht ein einziger Bauer.
Und so trieb der Wolf die Schafe in die Berge und fraß sie alle auf.
Und was glaubst du, was mit dem Hirtenjungen geschah?

Fabel frei nach Aesup

Und deshalb: Achte auf Deine Worte!
Vor allem auf die Sorte derer, die verletzen – die Menschen entsetzen.
Die Nationen auseinander dividieren, ohne sich vor Unwahrheiten zu genieren.

Und deshalb: Achte auf Deine Worte!
Und wähle eine Sorte, die Menschen vielleicht sogar beglückt.
In denen sich Respekt, nicht allzu sehr versteckt.

Und deshalb: Achte auf Deine Worte!
Denn Worte können heilen und also lass uns doch verweilen – im Nachdenken, im Sinnieren.
Denn gute Worte brauchen Zeit.
Worte berühren, verführen, betören und zerstören.
Worte verletzen und können heilen.
Mal eilen sie von Herz zu Herz, kritisieren und verursachen Schmerz.
Worte phantasieren, dirigieren, schwadronieren, kontrollieren, insistieren, faszinieren, aktivieren.

Worte bringen gute Ziele zum Sieg.
Gewinnen und nehmen Abschied.

Worte formen Beziehungen.
Und auch, wenn es Dich bedrückt, sie entscheiden über Glück – und Unglück.
Worte weisen Dich in Deine Schranken oder lassen Dich Gedanken tanken.
Worte kannst Du wörtlich nehmen.
Und deshalb: Achte auf Deine Worte!
Also los! Machen wir die Welt zu einem besseren Ort.
Und am Anfang steht das Wort!

Rene Borbonus

Quelle


12 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. ananda75
    Mrz 14, 2017 @ 13:11:35

    Ich kann nur meine Worte schreiben, was anderes kann ich nicht 🙂

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    • Ilanah
      Mrz 14, 2017 @ 15:14:29

      Da kannst du froh sein.
      Ich habe nichtmal mehr Worte für das, was in mir ist 😦

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      • ananda75
        Mrz 14, 2017 @ 16:26:00

        wenn es sein soll, dann kommt es auch wieder…

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        Antwort

        • Ilanah
          Mrz 14, 2017 @ 16:35:36

          Ja, das stimmt.
          Solang lass ich andere für mich sprechen, es gibt soooo unendlich viele Leute, die es schaffen auszudrücken, was in mir vorgeht. Ich muss nicht alles selbst singen, schreiben usw….

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          • ananda75
            Mrz 14, 2017 @ 18:27:11

            hmmm… ich überleg grad… schreiben, bloggen … klar, im Privat-Blog schreib ich darüber, was in mir vorgeht, was mir passiert… das is aber…. berichten, mit-teilen… schreiben im Blog… das is was anderes für mich… das mach ich selten um… irgendwas… auszudrücken, zu bewirken…. früher war das mehr so… dass ich aus einem Grund geschrieben hab… inzwischen schreib ich meist einfach… das, was raus will… und abgesehen davon, das ich eh keinen Einfluss darauf hab, wie was beim Empfänger ankommt ist es mir auch wirklich egal
            Denn es ist nicht persönlich
            Es richtet sich an niemanden oder alle – was letztlich das Gleiche ist – und jeder sieht/ hört, was er sehen will… oder… was grad gut für ihn ist zu sehen oder zu hören
            Der Text oben bezieht sich auf ziel-gerichtete Rede, auf absichts-volles Handeln – da kann es gute und schlechte Absichten geben
            Das ist das Handeln des Ego
            Das macht die Ananda im Blog nicht… bzw. immer seltener
            Das ist das Ziel – einfach machen – ohne Absicht
            Es passiert einfach
            So stell ich mir das ideale Leben vor 🙂

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            • Ilanah
              Mrz 14, 2017 @ 18:36:17

              Wie gesagt, sei froh, dass du Worte hast. Ich habe meistens keine.

              Aber ich blogge ja auch nicht für mich, nur für einige wenige.

              Meine Vorstellung von einem idealen Leben sieht gaaaanz anders aus und ich weiß, dass ich es ganz bald haben werde *freu*

              Ich finde gerade nicht, dass der Text auf ziel-gerichtete Rede oder absichts-volles Handeln abzielt, eher genau das Gegenteil. Für mich beschreibt es, was passieren kann, wenn man einfach so dahinplappert.

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              • ananda75
                Mrz 14, 2017 @ 18:39:49

                Da siehste wie verschieden man das Gleiche verstehen kann –
                Mir scheint, der Junge hatte die Absicht, sich die Langeweile zu vertreiben

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                • Ilanah
                  Mrz 14, 2017 @ 18:47:37

                  Ja, genau das ist ein Text, den man interpretieren kann wie man will.

                  Da ich weiß, dass ich keine Ahnung habe, was gerade in dem Jungen vorgeht, ich kann zwar Vermutungen anstellen, aber wissen tut es nur der Junge, richte ich mich auf die Auswirkungen seines Tuns, die kann ich sehen, bzw. die werden beschrieben.
                  Und was dieser Rene Borbonus daraus an Gedanken zieht, das kann ich sehr gut nachempfinden.

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                  • ananda75
                    Mrz 14, 2017 @ 19:35:18

                    wenn ich das „oben steht“ mal in diesen Post übernehmen darf, dann steht oben
                    „Manchmal langweilte sich der Hirtenjunge, … So wollte er sich eines Tages einen Spaß erlauben“
                    Wenn der Junge gar nicht das empfand, was der Rene ihm da unterstellt, stehen sämtliche daraus entstehenden Folgerungen auf ziemlich tönernen Füßen
                    😛

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                    • Ilanah
                      Mrz 14, 2017 @ 20:15:19

                      Auch der Rene zieht sein Resumee im Prinzip nur aus den Folgen dessen, was der Junge tat. Dafür ist es ziemlich egal, was der Junge dachte, finde ich.

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                    • ananda75
                      Mrz 14, 2017 @ 21:24:03

                      ich mein ja auch gar nicht, was der Junge dachte
                      gedacht hat er sich im Zweifel gar nichts
                      er hat gehandelt, um etwas zu erreichen – für sich, damit es ihm besser ging
                      ganz wertfrei – egal ob gut oder schlecht – ist das ein Handeln aus Eigen-Willen
                      der steht nicht unbedingt in Einklang mit dem Willen Gottes/ des Universums
                      also kann ein Un-Gleichgewicht ausgelöst werden
                      mit handeln aus Absicht setzt man eine Kette von Reaktionen in Gang – eigen-willig
                      mit handeln aus Impuls/ mit einfach tun, einfach sein im Fluss des Lebens, kann das Leben in Harmonie. das Universum im Gleichgewicht bleiben

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  2. Ilanah
    Mrz 14, 2017 @ 23:08:04

    Ich denke, Gott ist nicht so kleinkrämerig wie wir.
    Er richtet nicht.
    Also können wir tun und lassen, was wir wollen, er liebt uns trotzdem.
    Er hat uns den freien Willen gegeben.
    Damit wir unterscheiden lernen, überhaupt lernen können.

    Deshalb war es auch völliger Schwachsinn von den ganz ollen Kirchenvätern die zehn Gebote zu erfinden, schon blasphemisch, sie Gott zuzuschreiben.
    Sie sind menschengemacht, um die Schäfchen zu manipulieren.

    wir können mit unserem freien Willen morden und brandschatzen, lügen und betrügen….und wir können daraus lernen wohin es führt…

    Immer mehr Menschen haben gelernt, dass Gewalt nur neue Gewalt erzeugt, dazu mussten sie aber selbst Gewalt ausüben, und auch Gewalt erfahren, um zu begreifen, dass Gewalt unmenschlich ist.

    Mit Gott hat das aber alles nichts zu tun.

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