Erinnerungen…drei Tage im August…

Es war im Jahr 1988…Leute meines Alters erinnern sich bestimmt an eines der dunkelsten Kapitel hierzulande.

Die gesamte Republik konnte quasi im Live-Stream erleben wie zwei Bankräuber Geisel nahmen und mit ihnen die A3 entlang brausten.

Widerlich und einfach schlimm wie die Journalisten sich an deren Fersen hefteten und immer Mikro und Kamera draufhielten und den Tod der Geiseln billigend in Kauf nahmen.

Ich erinnere mich als mein Mann laut schreiend rief, ich müsse sofort kommen und mir das anschauen.

Also rannte ich los und schaute mir einen Teil des „Gladbecker Geiseldramas“ an. Ich weiß noch, dass ich dachte, was ist da nur los, da läuft doch alles schief, da stimmt was nicht, das kann ja nicht wahr sein.

Irgendwann habe ich mich abgewandt, ich fand es fürchterlich und mir taten die Geiseln unendlich leid.

Mein Mann war nicht dazu zu bewegen, die Flimmerkiste aus zu machen.

Ich war erleichtert, dass dieser Horror nach drei Tagen zu Ende war. Zwei Geiseln und ein Polizist überlebten das Ganze nicht.

Danach ging es dann weiter….die Journalisten wurden -zu Recht- an den Pranger gestellt, die Bankräuber wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt, die Reporter gingen straffrei aus 😦

Heute abend werden die damaligen Ereignisse aus Sicht der Opfer gezeigt in der ARD.

Teil zwei folgt morgen abend.

Mein Mann und ich hatten noch wochenlang „Krieg“, er warf mir Desinterese vor und ich ihm Sensationsgeilheit.

8 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. freiedenkerin
    Mrz 07, 2018 @ 13:31:45

    Meine Eltern verfolgten dieses unsägliche Drama auch ganz fasziniert. Ich konnte mir das nicht ansehen, und habe mich in mein Zimmer verkrochen…

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    • Ilanah
      Mrz 07, 2018 @ 13:33:59

      Nahezu alle waren faszniert. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann hätten sich die Journalisten schnell zurückgezogen, denke ich.

      Ich habe es zuerst gar nicht verstanden, dachte, es sei ein Film, es hat gedauert bis mir das ganze Ausmass bewusst wurde. Da war mir nur noch schlecht.

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  2. Hedwig Mundorf
    Mrz 07, 2018 @ 16:34:33

    Ich denke, da hat der ganze Sensationsjournalismus seinen Anfang genommen.

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    • Ilanah
      Mrz 07, 2018 @ 18:31:55

      Oh, da könntest du Recht haben.
      Bei Lady Di hat man ja auch gesehen wie weit diese Reporter gehen.

      Da braucht man sich über die Gaffer gar nicht wundern, die haben sich nur ein Beispiel an den Reportern genommen.

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  3. puenktchenundwortgestoeber
    Mrz 07, 2018 @ 18:36:14

    Hallo Ilanah
    kurzform ich finde es entsetzlich schaurig unmöglich diese Gangster nun auhc noch ins TV zu bringen. Das admals war furchtbar ich erinner mich als ob es gestern war und das nun den Überlebenden und Angehörigen dre Toten anzutun ist so etwas von gefühllos..
    Gafferei par exellenz
    Wortgestoeber

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    • Ilanah
      Mrz 07, 2018 @ 18:53:47

      Kann ich gut nachempfinden.
      Ich war auch skeptisch. Es gab einige Interviews mit der Mutter von Silke. Die meinte, es sei gut, das Ganze aus Sicht der Opfer und nicht der Täter zu zeigen.
      Denn wie immer werden die Opfer nicht gesehen.
      Und den widerlichen Tätern und den Reportern muss man wirklich kein (filmisches) Denkmal setzen.

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  4. maenne
    Mrz 08, 2018 @ 23:01:25

    Habe ich nicht registriert.
    Klar, Westfernsehen gab es bei uns nicht.
    Wenn ich das jetzt sehe, dann wird mir klar, wieso wir die ganze Verbrecherschar 2015 in dieses Land gelassen haben.
    Der Staat ist unfähig.
    Das gab es in meiner Jugendzeit nicht. So blöd es sich anhört.

    Das kann mit Deutschland nichts mehr werden.

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    • Ilanah
      Mrz 09, 2018 @ 11:21:51

      Das „Spektakel“ hat schon sehr viel bewirkt. So werden Polizisten seitdem extra geschult für Geiselnahmen.
      Auch die Reporter sind „in sich gegangen“, hierzulande hat es sowas seither nicht mehr gegeben.

      Damals wurden die Beteiligten komplett allein gelassen, keiner sprach nach diesen Tagen mehr mit ihnen, sie bekamen keinerlei Hilfe.
      Heute sind Seelsorger und Psychologen vor Ort, die mit den Beteiligten sprechen und versuchen sie aufzufangen.

      Es gab sowas immer schon, wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Oft wurde es auch nicht bekannt, heute in Zeiten des Internets ist es einfacher, sowas ans Volk zu bringen.

      Leider sieht man den Menschen nicht an, ob sie traumatisierte Flüchtlinge oder einfach nur kriminelle Elemente sind. Wäre schön, wenn es dafür einen „Detektor“ gäbe.

      Hierzulande in Ost und West gibt es mehr als genug DEUTSCHE Verbrecher, man sollte diese zusammen mit den hinzugekommenen einfach auf den Mond schießen ohne Rückfahrkarte.

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